Wohnen

Massiver Neubaubedarf in Wien

von Redaktion am Montag, 18. Februar 2013
Wien hat einen massiven Wohnungsbedarf.
Wien hat einen massiven Wohnungsbedarf. Foto: Didi01 / PIXELIO

Der Bedarf an neuem Wohnraum in Wien steigt in den kommenden 20 Jahren stark an. Für die geplanten Wohnungen gibt es momentan aber nicht genug Fläche.

In den nächsten 20 Jahren braucht die österreichische Bundeshauptstadt 200.000 neue Wohneinheiten. Problematisch an diesem Plan ist, dass die zur Verfügung stehenden Flächen nur für rund 90.000 ausreichen bemängelt Michael Pisecky, Geschäftsführer der s Real Immobilien.

Der Flächenmangel ist nur ein Punkt: Fehlende Fördermittel sind weiterhin daran beteiligt, dass derzeit der Bedarf an Neubauten nicht gedeckt wird. In der Theorie entstehen in Wien pro Jahr 8.500 bis 10.000 neue Wohnungen, tatsächlich werden aber nur 6.000 bis 6.500 der Bauvorhaben realisiert. Von diesen wiederum unterliegen drei Viertel einer Förderung. Somit fehlen jährlich 2.000 bis 3.000 Wohnungen, wodurch die Wohnungsknappheit in Wien weiter ansteigt.

Nachverdichtung als Lösung?

Für Pisecky ist die Nachverdichtung, also die Aufstockung bereits vorhandener Gebäude, eine reelle Möglichkeit, dem Mangel entgegenzuwirken. In Wien eignen sich 85 Prozent der Häuser dafür, was eine Vergrößerung der Nutzfläche um 40 Prozent zulässt.

Da mit knapp 70 Prozent die meisten Wiener Wohnungen einer Preisregelung unterliegen, scheiden für Pisecky Mietobergrenzen aus. Der Quadratmeterpreis liegt durchschnittlich bei nicht mehr als fünf Euro womit Wien bereits jetzt schon zu einer der preiswertesten Metropolen Europas zählt. Doch auch in Wien halten ansteigende Mieten Einzug.

Mietanstiege in vielen Bezirken Wiens zu verzeichnen, Eigentumswohungen verteuern sich rasant

Bei den Mieten von freifinanzierten Wohnungen hat sich im letzten Jahr einiges bewegt, von einer enormen Verteuerung könne allgemein aber keine Rede sein. Allerdings gibt es in den einzelnen Bezirken große Unterschiede. In den meisten Bezirken bewegten sich die Anstiege zwischen drei und fünf Prozent. Im Westen und im Nordwesten wurde sogar nur ein Zuwachs von 0,18 Prozent verzeichnet.

Anders sieht die Lage am südlichen Rand der Stadt aus. In den Bezirken zehn, elf, zwölf und 23 sind die Mietpreise um mehr als 16 Prozent gestiegen. Grund dafür sieht Pisecky vor allem in der Baugrundknappheit in diesen Bezirken. Doch es gab auch Preisverringerungen, so etwa im 1. Bezirk wo die Preise um 2,02 Prozent gefallen sind.

Besonders begehrt sind Wohnungen mit einer Miete zwischen 500 und 800 Euro. Die hohe Nachfrage zeigt sich auch daran wie lange die Objekte bei wohnnet.at online aufgeführt werden. Durchschnittlich bleiben Angebote für Mietwohnungen 50 Tage online. Wohnungen bis 800 Euro seien laut Peter Erlebach, Geschäftsführer von wohnnet.at, sehr schnell weg. Auch Wohnungen bis 1.200 fänden schnell Anklag. Nur in der folgenden Preisklasse blieben Objekte auch einmal länger frei.

Anders als bei den Mietobjekten ist die Verteuerung bei Eigentumswohnungen deutlich. Die Rate lag fast durchweg im zweistelligen Bereich – in den südlichen Bezirken sind die Preise um über 25 Prozent in die Höhe geklettert. Zum einen ist diese Entwicklung der Finanzkrise geschuldet, zum anderen spielen weiterhin der Mangel an Bauflächen und das Interesse an Vorsorgewohnungen eine Rolle. Dennoch bleiben die Preise für Eigentumswohungen in Wien im europäischen Vergleich vergleichsweise gering.

 

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