Wohnen

Immobilien-Erben bald teurer?

von Redaktion am Montag, 5. November 2012
Wird das Erben von Immobilien bald teurer?
Wird das Erben von Immobilien bald teurer? Foto: Ich-und-Du / PIXELIO

Ab dem 1. Jänner 2013 wird zwar die Erbschaftsteuer nicht wieder eingeführt, aber die Gebühren für die Eintragung im Grundbuch könnten erheblich steigen. Die jetzt von der Justizministerin Beatrix Karl vorgelegte Gebührennovelle sorgt für massive Kritik.

Mit einem drastischen Beispiel ist jetzt der Präsident des österreichischen Rechtsanwaltskammertags, Rupert Wolff, an die Öffentlichkeit getreten. Bisher werden beim Erben einer 120 m² großen Eigentumswohnung in 1040 Wien 498 Euro für die Umschreibung im Grundbuch fällig. Künftig kostet dies seiner Berechnung zufolge 5.280 Euro, also mehr als das Zehnfache.

An der grundsätzlichen Überarbeitung der Gebührenstruktur kommt die Justizministerin allerdings nicht vorbei. Vor einem Jahr hat der Verwaltungsgerichtshof die Gebührenregelung gekippt, weil bei Immobilienkäufen: der Verkehrswert, bei Schenkungen und Erbschaften aber der wesentlich niedrigere Einheitswert zugrunde gelegt wurden. Das sei nicht zulässig. Da der Staat auf Geld nicht verzichten will, müssen jetzt alle Gebühren bei der Übertragung von Immobilien nach dem Verkehrswert bemessen werden.

Zwar ändere sich wohl nichts bei den Gebühren, wenn die übergehende Wohnung dem „dringenden Wohnbedürfnis“ des Erben dient. Dann richten sie sich wie bisher dem dreifachen Einheitswert. Doch wird die geerbte Wohnung wie es des Öfteren passiert verkauft, dann wird die höhere Gebühr nach dem Verkehrswert fällig. Bei einem Zinshaus mit zwanzig Wohnungen bleibt also nur die selbst bewohnte Wohnung von der Gebührenerhöhung verschont. Und auch wenn ein Erbe auf den Hof verzichtet, sondern sich mit einem Grundstück abfinden lässt, wird die volle Gebühr fällig.

Die Aussage der Justizministerin, dass die von ihr vorgeschlagene Novelle aufgrund zahlreicher Ausnahmen zu keinen Mehreinnahmen führen würde, wird aber stark angezweifelt. Auch Ludwig Bittner, Präsident der Notariatskammer, stellt fest, dass die Berechnung nach dem Einheitswert nicht für alle Übertragungen von Immobilien innerhalb einer Familie beibehalten wird. Die Ausnahmen in der Gebührennovelle zu kurz. Er wehrt sich gegen den Vorwurf der Panikmache und Falschinformation, sondern appelliert an die Politik, die Novelle nachzubessern.

 


Weitere Nachrichten:

Wohnen in Wien
Wohnen in Wien immer teurer

Das zweite Quartal des Jahres 2012 brachte bei Eigentumsimmobilien und Mietobjekten weitere Preissteigerungen. Hauptsächlich in angesagten Wohngegenden mit einer guten Infrastruktur und in Spitzenlagen ist ein rasanter Preisanstieg zu beobachten. Trotzdem blieb der Markt relativ stabil. Das Immo-Barometer des Portals … Weiterlesen


Dieser Beitrag wurde unter Wohnen abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>