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Protest gegen AKW Temelin

von Redaktion am Montag, 30. Juli 2012
AKW Temelin
Österreich fordert neues Monitoringverfahren für AKW Temelin. Foto: Japo / wikimedia / cc.by.sa 3.0

Tschechien plant die Erweiterung seines Atomkraftwerks Temelin. Angesichts dieser Tatsache kommt von Österreich der Ruf nach einem weiteren Monitoringverfahren.

Österreich fordert ein weiteres Monitoringverfahren für das benachbarte Atomkraftwerk Temlin. Hintergrund der Forderung sind die Erweiterungspläne für den tschechischen Atommeiler. Beim Erörterungstermin des tschechischen Umweltministeriums am 22. Juni 2012 sprach Nikolaus Berlakovich (ÖVP) als österreichischer Umweltminister von vielen, noch unbeantworteten Fragen. Der bayrische Umweltminister Marcel Huber (CSU) nahm am Gespräch in Budweis wegen eines anderen Termins nicht teil.

Katastrophe von Fukushima sieht Berlakovich als Anlass zum Ausstieg aus der Atomenergie

Berlakovich äußerte zum Projekt zahlreiche Bedenken. Er empfahl Tschechien, seine Pläne komplett fallen zu lassen und einen langfristigen Ausstieg aus der Atomenergie anzustreben. Die Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima ist für den Umweltminister von Österreich Beweis genug, dass sich Atomkraft nicht beherrschen lässt. Auch Tschechien kann sich daher nicht in Sicherheit wiegen. Einen großen Mangel sieht Berlakovich vor allem darin, dass man bis dato keinen genauen Reaktortyp für Temelin festgelegt hat.

Abseits der Veranstaltung übte der niederbayerische Grünen-Abgeordnete Eike Hallitzky an Huber Kritik. Durch seine Abwesenheit schinde er keinen Eindruck, war Hallitzkys Meinung zum Fernbleiben des Umweltministers von Bayern. In der Temelin-Sache übe der Minister mit seinem Protest außerdem zu sehr Zurückhaltung.

Nach Angaben des bayrischen Umweltministeriums weilte Huber währenddessen in Schleswig auf der Umweltministerkonferenz. Allerdings hätte man es nicht versäumt, hochrangige Vertreter aus den Reihen des bayrischen Ministeriums nach Budweis zu schicken. Albert Göttle als Abteilungsleiter der bayerischen Atomaufsicht war beispielsweise darunter.

Bau von zwei weiteren Reaktoren in Planung

Der Standort Temelin befindet sich etwa 60 Kilometer von der deutsch-tschechischen Grenze entfernt. Bis zum Jahr 2025 sollen dort zwei weitere Reaktoren errichtet werden. Die vom tschechischen Umweltministerium angesetzte formelle Anhörung hatte das Thema „Fragen und Bedenken der Öffentlichkeit zu dem geplanten Neubau der Kernkraftwerke Temelin 3 und 4“. Rund 200 Atomkraftgegner aus Österreich, Tschechien und Bayern befanden sich zu Beginn der Veranstaltung in der Halle.

 

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