Wohnen

Gmunden: Zu viele Nebenwohnsitze

von Redaktion am Montag, 9. Juli 2012
Gmunden: zu viele Zweitwohnsitze.
Gmunden: zu viele Zweitwohnsitze. Foto: Walter Hubner / PIXELIO

Im österreichischen Gmunden ist mittlerweile nahezu jede dritte Wohnung als Nebenwohnsitz geführt. Das geht aus einer Aussendung von SPÖ und Grünen hervor. Sie kritisieren die zahlreichen Auswärtigen, die ihren Nebenwohnsitz in Gmunden begründet haben.

Hauptkritikpunkt in diesem Zusammenhang ist, dass die Kosten für Wohnungen für junge Familien in Gmunden kaum mehr tragbar wären. Stattdessen müssten sie abwandern, in benachbarte Gemeinden ziehen und Gmunden langfristig verlassen. Das bedeutet für die Stadt langfristig gesehen eine soziale Schieflage, eine Überalterung der Bewohner und eine negative Geburtenrate.

Zu viele Investoren bevölkern Gmunden

Fast jede dritte Gmunder Wohnung soll inzwischen als Zweitwohnsitz genutzt werden, heißt es in der Aussendung. Dadurch würden der Gemeinde pro Zweitwohnsitz jährlich 650 Euro der Bundesertragsanteile entgehen und noch einmal 350 Euro für Wasser und Abwasser.

Um dies zu vermeiden, müssten die Wohnungen entweder als Hauptwohnsitz genutzt werden, zumindest aber touristisch, so die SPÖ und die Grünen. Nur so könnte wieder bezahlbarer Wohnraum für die hauptsächlich in Gmunden wohnhaften Anwohner bereitgestellt werden.

Asamer-Projekt wird beäugt

Derzeit wird das Projekt „Lacus Felix“ vom Industriellen Kurt Asamer umgesetzt. Am Traunsee sollen nicht nur 15 neue Chalets, zwei vierstöckige Wohngebäude und ein Hotel entstehen, sondern jedes Chalet soll zusätzlich einen eigenen Bootsanlegeplatz erhalten. Hier wollen SPÖ und Grüne einen Vertrag abschließen, der die Wohnungen zu Hauptwohnsitzen mache oder aber deren touristische Nutzung vorsehe.

Der amtierende Bürgermeister wehrt sich gegen die Vorwürfe. Seiner Ansicht nach kann das Ganze nicht beurteilt werden, solange keine eindeutigen und klaren Fakten auf dem Tisch liegen. Entsprechende Daten will er bis Jahresende vorliegen haben, bevor überhaupt eine Aussage getroffen werden könne. Zudem sei nicht jeder Zweitwohnsitzler per se ein Investor, hier müsse im Einzelfall entschieden werden. Außerdem weist er darauf hin, dass für den Zweitwohnsitz die jährliche Tourismusabgabe anfalle, die bei 72 Euro bis zu 50 Quadratmeter und bei 108 Euro für größere Wohnungen liegt.

 

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