Wohnen

Probewohnen für Diplomarbeit zum Thema Erdgeschoss

von Redaktion am Montag, 30. April 2012
Wien - Wohnen im Ergeschoss
Wohnexperiment im Erdgeschoss: TU-Studentin will neue Perspektiven eröffnen. Foto: Stern / wikimedia / cc-by-sa 3.0

Mit einem Experiment möchte eine Studenten der TU-Wien die Möglichkeiten einer Erdgeschosswohnung erforschen. Die Ergebnisse sollen in einer Diplomarbeit münden.

Die TU-Studentin Katharina Fohringer führt für ihre Diplomarbeit ein nicht alltägliches Experiment durch: Sie lässt in ihrer Atelier-Wohnung im Erdgeschoss der Hernalser Hauptstraße 31 fremde Personen zur Probe wohnen. Jeder kann sich mit einem kurzen Statement bewerben und dann zwei wochenlang mietfrei wohnen, allerdings mit einem Schaufenster zur Straße hin. Damit sollen neue Perspektiven aufgezeigt werden. Doch besteht auch die Gefahr, dass sich Vorurteile verstärken können. Bisher ist dieses Wohnen parterre für viele schwer vorstellbar und mit Nachteilen und Unsicherheit verbunden. Doch ist dies tatsächlich so? Das Experiment soll darüber Auskunft geben.

Die Studentin möchte mit ihrem Versuch aufzeigen, dass es für frei stehende Erdgeschosslokale auch andere Alternativen gibt, als sie lediglich für Handel und Dienstleistungen verfügbar zu halten. Wohnen ist dort im Normalfall nicht erlaubt. Doch betrachtet die Studenten ihr Experiment als Kunstobjekt, das diese Ausnahme erlaubt.

Wohnen im Erdgeschoss bringt echte oder vermeintliche Nachteile mit sich. Damit will sich das Projekt beschäftigen. Doch auch die Nachbarschaft – konkret sind es hier Spielhöllen und „Erotikcenter“ – kann zum Problemfall werden. Ob daher das Wohnen im Erdgeschoss zum Vergnügen wird?

Wer sich am Experiment beteiligen möchte, kann sich noch bis zum 16. April per E-Mail bei KFCT_werkraum@gmx.at mit einem kurzen Statement, Vorstellungen und Gedanken zum Thema Wohnen im Erdgeschoss bewerben. Auf der Webseite kulturnetz-hernals.at gibt es weitere Informationen. Die Initiatorin des Projektes erhofft sich Antworten auf die Frage, wie Wohnen im Erdgeschoss erlebt wird, wie der Proband eine lebendige Straße definiert und wie das Wohnen im Erdgeschoss darauf Einfluss nehmen könnte und welche Auswirkungen auf den öffentlichen Raum dieser persönliche Wohnraum haben könnte.

Einige Bewerbungen liegen Frau Fohringer schon vor. So beispielsweise die von einem Studenten vom Lande, der den ebenerdigen Zugang zum Haus vermisst. Falls es übrigens mit dem Probewohnen nicht klappt, könnte die Seestadt Aspern eine weitere Möglichkeit dazu sein.

 

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