Neue Fördermaßnahmen für altersgerechtes Wohnen

Obwohl ein Großteil der Österreicher bis an ihr Lebensende in den vertrauten vier Wänden bleiben will, gelingt das nicht immer. Doch dies soll sich bald ändern: Die für ein altersgerechtes Wohnen erforderlichen Umbaumaßnahmen könnten ab 2014 vom Bund gefördert werden. Ein Bonus für barrierefreies Wohnen ist dafür in Planung.

Der sogenannten „Senioren-Scheck“ sieht vor, dass 3.000 der etwa 20.000 Euro, die ein altengerechter Umbau kostet, vom Staat übernommen werden. Das verriet Christian Struber in seiner Eigenschaft als Geschäftsführer der „Salzburg Wohnbau GmbH“ und als Präsident des Salzburger Hilfswerks in einem Interview. Das Durchführen von Umbaumaßnahmen bringt gleich mehrere Vorteile: Die Menschen können länger im eigenen Haus oder in der Wohnung bleiben und der Umbau macht das Wohnen komfortabler. Schließlich steigert das Beibehalten der gewohnten Lebensumgebung die Lebenserwartung bei gleichzeitiger Entlastung der Sozialkassen. Ein Bett im Altenheim verschlingt jährlich genauso viel wie der einmalige Umbau einer bestehenden Wohnung, nämlich 20.000 Euro. Die Heimkosten werden allerdings von der Allgemeinheit getragen und sind viermal so hoch wie die Kosten, die für einen Pflegebedürftigen in dessen eigener Wohnung anfallen würden.

„Senioren – Scheck“ kommt dem Wunsch der Menschen entgegen

Über zwei Drittel der Österreicher haben den Wunsch, im Alter in ihrer vertrauten Wohnumgebung zu bleiben. Der „Senioren – Scheck“ käme also den Bedürfnissen der Menschen entgegen. Weitere Nutznießer seien die regionalen Handwerksbetriebe, die letztendlich mit den Umbaumaßnahmen betraut werden sowie der Staat selbst, der einen Teil seiner Ausgaben über die Mehrwertsteuer wieder zurück erhält, so Struber. Schon seit einiger Zeit sprechen sich gemeinnützige Wohnbaugesellschaften und die österreichische Bauinnung für spezielle Fördermaßnahmen für Senioren aus.

„Sanierungs – Scheck“ dient als Grundlage für den „Senioren – Scheck“

Aktuell befasst sich Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner von der ÖVP mit der Konzipierung des „Senioren – Schecks“, wobei der „Sanierungs – Scheck“ als Grundlage dienen soll. Dieser soll um einen Bonus für barrierefreies Wohnen erweitert werden. Wie das genau aussehen wird, ist derzeit noch offen. Das Datum hingegen steht schon fest: Die Einführung ist für 2014 geplant.

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Parteien uneinig über Wiedereinführung der Zweckbindung

Die Wiedereinführung der Zweckbindung bei den Wohnbaufördermitteln scheint zwar bereits beschlossene Sache zu sein, dennoch verzögert sich ihr Kommen, sollte eine Einigung auf ein von allen akzeptiertes Gesamtpaket nicht erreicht werden. Von der Regierung erhoffen sich die Parlamentsklubs noch vor der Wahl erste Schritte.

Immer wieder heizt das Thema Wohnen die Gemüter an und es wird nach wie vor heiß diskutiert, allerdings scheint die Situation festgefahren. Es werden lediglich bekannte Standpunkte erneuert und bereits vorgetragene Argumente wiederholt. Die Zustimmung zur Wiedereinführung, wie in einem Antrag des BZÖ gefordert, bleiben die Koalitionsparteien weiterhin schuldig. Sie erklären sich zwar grundsätzlich dazu bereit, allerdings herrscht Uneinigkeit bezüglich des Zeitpunkts der Wiedereinführung sowie über die Art und Weise der Zweckbindung.

Jede Partei möchte ein Wörtchen mitreden

Vonseiten der SPÖ ist die Art der Zweckbindung ein Kritikpunkt. Laut ihrer Wohnbausprecherin Ruth Becher gehe der Antrag des BZÖ nämlich nicht weit genug. Die Rückflüsse aus den Wohnbauförderungen blieben unberücksichtigt, während die SPÖ eine exakte Zweckbindung befürwortet, die alle Faktoren mit einbezieht. Außerdem sollen befristete Mietverträge abgeschafft und die Mietverträge allgemein verständlicher werden. Für die VP ist die Wiedereinführung der Zweckbindung eher eine Frage des richtigen Zeitpunktes. Sie wurde 2008 als Teil des Finanzausgleichs abgeschafft und könne somit erst mit dem nächsten Finanzausgleich im Jahre 2015 wiederkommen, erklärte Wohnbausprecher Singer. Seine Partei, die vor Kurzem ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorgestellt hat, spricht sich neben der Zweckbindung auch für eine Staffelung der Gemeindebau-Mieten basierend auf dem sozialen Status und für eine genauere Prüfung bei der Vergabe von Gemeindewohnungen aus. Darüber lässt die SPÖ aber nicht mit sich reden.

Wohnen bloß als Wahlkampfthema?

Eine Einigung ist nicht in Sicht und es entsteht der Eindruck, als wären SPÖ und ÖVP darüber nicht unglücklich. Schließlich ist Wahlkampf und da kommt ein solches Thema gerade recht. Dabei war es ein SPÖ-Klub, der im vergangenen Jahr für eine Verbesserung der Wohnsituation das Strategiepapier “Wohnen 2020” entwarf. Das Strategiepapier beschäftigt sich anschaulich mit den möglichen Finanzierungswegen für die Wiedereinführung der Zweckbindung. Daher wurde nun wieder darauf aufmerksam gemacht, verbunden mit der Forderung nach 200 Millionen Euro für die Sanierung und einer weiteren Milliarde Euro für den Neubau. Auch im Bereich des sozialen Wohnungsbaus müsse gehandelt werden. Der Abgeordnete Josef Muchtisch (SPÖ), der an der Entstehung des Strategiepapiers beteiligt war, ermahnt sowohl seine Partei als auch die ÖVP, entsprechende Schritte noch vor der Wahl einzuleiten.

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Mietrechtsnovelle in Österreich?

Jahrzehntelang wurden im österreichischen Mietrecht keinerlei Änderungen vorgenommen. Nun aber entpuppt sich das geltende Recht als veraltet und keinesfalls den heutigen Standards entsprechend. Vor allem werden die hohe Zuwanderungsrate und die zahlreichen Altmietverträge zunehmend zum Problem. Wird jetzt endlich das Mietrecht novelliert?

In Wien sind günstige Wohnungen bereits seit Längerem Mangelware. Selbst wenn neuer Wohnraum entsteht, ist die Zahl der Bewerber derart hoch, dass oftmals nur ein Bruchteil von ihnen tatsächlich eine Wohnung bekommen. die Anmeldungen. So etwa im Sonnwendviertel, wie Sozialbau AG derzeit fast 2.000 neue Wohnungen bauen lässt. Als die Zahl der Anmeldungen für die Neubauwohnungen bei 10.000 angekommen war, wurden keine weiteren Vormerkungen mehr zugelassen. Die Zahl hätte dementsprechend deutlich höher ausfallen können.

Vernachlässigung des Neubaus, dafür steigende Zuwanderung

Nicht nur in Wien sind die Wohnungen knapp, schließlich handelt es sich hierbei um ein allgemeines Problem der Großstädte. Schuld daran ist die Vernachlässigung des Neubaus. In den letzten Jahren wurde in dem Bereich einfach zu wenig getan, und gleichzeitig ist die Einwohnerzahl durch die hohe Zuwanderung deutlich gestiegen. Allein in Wien meldeten im letzten Jahr 26.000 Zuwanderer ihren Wohnsitz an. Auch die höhere Lebenserwartung und die zunehmende Anzahl an Singlehaushalten tragen zur Wohnungsknappheit bei.

Mietrecht von Anfang des 20. Jahrhunderts entspricht nicht der gegenwärtigen Lebenssituation

Das in Österreich geltende Mietrecht stammt aus den Jahren 1916/17 und basiert auf dem Grundgedanken, den daheimgebliebenen Familien der Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs eine gewisse Sicherheit zu verschaffen. Das Gesetz enthält beispielsweise einen Kündigungsschutz, Zinsstopp-Regeln und setzt Grenzen bei der Höhe der Miete. Demzufolge kann sich der Markt nicht frei und zeitgemäß entwickeln. Der Richtwert in den Wiener Altbauten liegt bei 5,16 Euro/m2, gilt aber erst seit 1994 und wird von Kritikern als zu niedrig bewertet.

Für etwa 40 Prozent der Mietverträge kommt der gesetzlich festgelegte Richtwert nicht in Frage, weil sie vor 1994 abgeschlossen wurden. Sie basieren auf fixen Kategoriebeträgen, die zumeist noch unter dem Richtwert liegen. Trotzdem macht die Mietbelastung den größten Teil des Einkommens aus, vor allem bei Neuvermietungen. Als Beispiel: Für eine 60 bis 70 m2 große Wohnung in Wien ist ein Nettoeinkommen von 1.600 Euro im Monat Voraussetzung. Ein Drittel der Menschen verdient aber nur 1.100 bis 1.200 Euro monatlich. Somit ist dringender Handlungsbedarf gegeben, insbesondere im Bezug auf das Errichten von neuem, günstigen Wohnraum.

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Hohe Mieten verstärken das Armutsproblem

Die Miete ist für die meisten Österreicher die größte monatliche Belastung. In vielen Haushalten macht sie mehr als ein Viertel des zur Verfügung stehenden Budgets aus. Die steigenden Mietkosten führen auch dazu, dass mittlerweile 1,4 Millionen Menschen von sozialer Ausgrenzung oder Armut bedroht sind.

Die Wohnkosten entwickeln sich zu einem ernstzunehmenden Problem für die Bevölkerung Österreichs. Hauptsächlich Menschen mit einem geringen Einkommen sind davon betroffen. Zwei Drittel der von Armut gefährdeten Personen stecken über ein Viertel des Haushaltseinkommens in ihre Wohnung. Das offenbart die Auswertung des EU-Sozialberichts Silc, die von der Statistik Austria erstellt wurde.

Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Österreich angestiegen

Im Jahr 2011 waren gemäß der Auswertung 1,05 Millionen Menschen armutsgefährdet. Von einer Armutsgefährdung wird gesprochen, wenn das durchschnittliche Monatseinkommen in einem Einpersonenhaushalt unter 1.066 Euro liegt. Erfolgt eine Einbeziehung der Personengruppe, die nicht einmal mehr in der Lage ist, mit ihrem Einkommen bestimmte Grundbedürfnisse abzudecken, sind derzeit 1,4 Millionen Österreicher von sozialer Ausgrenzung oder Armut bedroht. Verglichen mit dem Vorjahr erhöhte sich die Gesamtzahl somit um 34.000. Auf lange Sicht betrachtet ergibt sich jedoch im Vergleich mit 2008, dem Jahr der Weltwirtschaftskrise, eine Verringerung um 125.000 Personen.

Wohnkosten mehr gestiegen als Inflationsrate

Aktuell beträgt der durchschnittlich von einer Familie mit zwei Kindern im Monat zu tragende Aufwand für eine Wohnung 800 Euro. Das Haushaltseinkommen von etwa fünf Prozent der Erwerbstätigen (rund 200.000 Menschen) liegt allerdings unter der oben genannten Einkommensgrenze von monatlich 1.066 Euro. Besonders ältere Menschen sind davon betroffen. Dadurch ergibt sich gerade im Alter durch die hohen Mieten weniger Geld zum Leben. Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) machten bei der Vorstellung der Auswertung darauf aufmerksam, dass seit 2008 die Wohnkosten wesentlich stärker gestiegen sind als die Inflationsrate. Aus diesem Grund bemühe man sich gemeinsam mit der ÖVP, ein Maßnahmenpaket für günstigeres Wohnen noch im Mai auf den Weg zu bringen.

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Länder protestieren gegen Zweckbindung bei Wohnbauförderung

Über die Wiedereinführung der Zweckbindung bei der Wohnbauförderung wurde in den vergangenen Monaten viel diskutiert. Leistbares Wohnen ist vor allem wegen der anstehenden Nationalratswahl im kommenden Herbst ein vordergründiges Thema.

Im Burgenland wird viel für leistbares Wohnen getan. Das beweisen die über 11.700 Wohneinheiten, die in den letzten fünf Jahren durch den Neubau von mehrgeschossigen Gebäuden entstanden. Zum Teil stammten die Gelder dafür aus der Wohnbauförderung. Der Anteil am Gesamtbudget beträgt 11,4 Prozent. In Zahlen ausgedrückt sind dies 121 Millionen Euro für das Bundesland, was wiederum laut der Statistik Austria 425 Euro pro Kopf ausmacht. Damit erreicht das Burgenland den höchsten Schnitt unter allen österreichischen Bundesländern, wie Hans Niessl von der SPÖ in seiner Eigenschaft als Landeshauptmann bekannt gab.

Genaue Definition des Begriffes Zweckbindung notwendig

Die Wiedereinführung der Zweckbindung in der Wohnbauförderung ist nach Niessls Meinung erst einmal an eine genaue Definition des Begriffs gebunden. Derzeit rechnet er die Wohnbauförderung den Bedarfszuweisungen zu. Wie groß der Anteil des Landes ist, ließe sich auf dieser Grundlage nicht feststellen. Vielmehr müsse man eindeutig klären, in welcher Größenordnung sich die Wohnbauförderung bewegt und für welchen Verwendungszweck sie vorgesehen ist. Dann könne über die Zweckbindung geredet werden. Diskussionsbereitschaft besteht auch bei der burgenländischen ÖVP. Wohnbausprecher Werner Gradwohl von der ÖVP lässt sich positiv über die Neugestaltung der Wohnbauförderung im Burgenland aus. Die Neufassung sei sozial, ökologisch und praxisnah, so sein Urteil. Er sieht die Wohnbauförderung gleichzeitig als Antrieb für die regionale Wirtschaft.

Weitere Verbesserungen im Burgenland beim leistbaren Wohnen vorgesehen

Das Burgenland ist zwar Vorreiter in Sachen leistbares Wohnen, trotzdem sollen die Rahmenbedingungen weiter verbessert werden. Immerhin wirkt sich die Wohnbauförderung laut Gradwohl auch positiv auf die heimische Wirtschaft aus. Eine Krise in der Baubranche sei also derzeit nicht erkennbar, so Alfred Kollar, Geschäftsführer der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft(OSG). Schließlich betreue alleine sein Unternehmen aktuell 80 Baustellen im Burgenland.

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Mietwucher in Altbauten?

Die Wiener Arbeiterkammer (AK) regt zur Anhebung der geltenden Richtwerte an. Sie hat eine Auswertung von Inseraten mit Mietangeboten für Altbauwohnungen vorgenommen. Diese hat ergeben, dass Wohnungen mit befristen Mietverträgen zu teuer sind.

Die Wiener Arbeiterkammer (AK) hat kürzlich eine Auswertung von 150 Inseraten zur Vermietung von Altbauwohnungen durchgeführt. Dabei kam heraus, dass Mietwohnungen mit befristeten Verträgen mehr als drei Viertel teurer sind, als erlaubt. Bei unbefristeten Mietverhältnissen sind die Kosten um ein Drittel höher. Als Begründung für diese Entwicklung nannte die AK ungerechtfertigte Aufschläge auf den Mietzins. Etwa zwei Monate im Jahr arbeitet demnach ein durchschnittlicher Mieter einer befristeten Wohnung für die Rendite des Vermieters, so Gabriele Zgubic, Leiterin der AK Konsumentenpolitik.

Annoncen mit befristeten und unbefristeten Angeboten bilden Grundlage der Untersuchung

Für die Auswertung wurden von der Kammer 65 befristete und 85 unbefristete Angebote genauer betrachtet. Der per Gesetz festgelegte Richtwert sieht im Durchschnitt für eine Altbauwohnung 5,16 Euro pro Quadratmeter vor. Ein befristetes Mietverhältnis unterliegt einem 25-prozentigen Abschlag. Demzufolge beläuft sich der Quadratmeterpreis auf 3,87 Euro. Darauf aufbauend wurden die zulässigen Zuschläge nach den individuellen Eigenschaften des jeweiligen Objektes ermittelt, die im Inserat genannt wurden. Hier spielte beispielsweise eine Rolle, in welchem Stockwerk sich die Wohnung befindet, oder das Vorhandensein eines Aufzuges. Ferner wurde auch die Lage berücksichtigt.

Ergebnis der Untersuchung lässt Ruf nach einer Neugestaltung des Mietssystems laut werden

Die Berechnungen des Mietzinses auf der vorgenannten Grundlage haben ergeben, dass bei den inserierten Wohnungen mit unbefristeten Mietverträgen der durchschnittliche Quadratmeterpreis 6,11 Euro betragen dürfte und bei befristeten Verträgen nur 4,58 Euro. Die tatsächlich verlangten Preise lagen allerdings bei 8,07 Euro beziehungsweise 8,30 Euro pro Quadratmeter. Das ergibt im Schnitt einen Aufschlag von 32 Prozent bei unbefristeten Mietverhältnissen und sogar von satten 82 Prozent bei befristeten Verträgen. Für die AK ist dieses Resultat eindeutig: Das Richtwertsystem bedarf dringend einer Neugestaltung. Weniger Befristungen und klar definierte Mietobergrenzen seien dringend notwendig.

Andere wiederum, wie Michael Pisecky, Obmann aller Wiener Immobilientreuhänder, findet, dass die Richtwerte deutlich angehoben werden müssten. Denn Wien hat den zweitniedrigsten Richtwert in Österreich, und selbst Gemeindewohnungen würden zu dem Preis vermietet werden, obwohl sie staatlich subventioniert seien. Private Eigentümer sind hingegen gezwungen, durch Zuschläge ihre Kosten zu decken, da der niedrige Mietzins nicht mehr hergebe. Würden die Richtwerte weiter nach unten korrigiert, könnte dies Vermieter abschrecken und zu mehr befristeten Verträgen führen.

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Wiener Wohnen: Ungereimtheiten bei Ausschreibung

Der soziale Wohnungsbau in Wien steht unter Korruptionsverdacht. Bei der Vergabe von Malerarbeiten soll im großen Stil gemauschelt worden sein. Die Staatsanwaltschaft prüft derzeit eine Auftragsvergabe mit einem Volumen von 65 Millionen Euro.

Im Fokus der staatsanwaltlichen Ermittlungen stehen einige der Firmen, die an der Ausführung des vom Wiener Wohnen vergebenen Auftrags mit einem Gesamtwert von 65,08 Millionen Euro beteiligt waren. Die betroffenen Unternehmen erhielten davon 38,07 Millionen Euro, also mehr als die Hälfte der Auftragssumme. Wiener Wohnen bemängelt zum einen die lediglich nur teilweise beziehungsweise mangelhaft erbrachten Leistungen, zum anderen werden Mitarbeiter der Gemeindebauverwaltung verdächtigt, von den Missständen gewusst und diese bewusst verschwiegen zu haben. Gegen drei der Mitarbeiter liegen außerdem mehrere anonyme Anzeigen vor. Gegen Zahlung eines Schmiergelds waren sie offensichtlich zur Weitergabe von Ausschreibungsdetails Dritter – hier waren es ganz konkret die Angebotssummen – an die beschuldigten Firmen bereit.

Ein Großteil der Lose wurde an ein einziges Unternehmen vergeben

Der zugrundeliegende Rahmenvertrag setzte sich aus 41 Teilaufträgen zusammen, in der Fachsprache Lose genannt. Die Vergabe der einzelnen Aufträge erfolgte am 10. Juni 2011, wobei den Zuschlag jeweils das Unternehmen mit dem billigsten Angebot erhielt. In 25 Fällen handelte es sich dabei um das Firmenkonglomerat eines stadtbekannten Handwerkerpatrons, einem Kommerzialrat aus Liesing. Offiziell ist jener zwar nicht mehr Firmeneigentümer, inoffiziell gehen Kenner der Branche jedoch davon aus, dass die verantwortlichen Gesellschafter nur als Treuhänder fungieren. Diese sind allerdings seit den Vorwürfen von Wiener Wohnen nicht mehr zu sprechen. Sie befinden sich im Urlaub oder lehnen jegliche Verantwortung ab. Auch der Kommerzialrat als (ehemaliger) Eigentümer des Firmenkonglomerats hat nichts mit den Vorgängen zu tun, wie ein „nicht verantwortlicher“ Gesellschafter versichert.

Mängel bereits bei Kontrollen im vergangenen Herbst aufgefallen

Die Staatsanwaltschaft beschäftigt sich gleich mit mehreren Tatbeständen. Von Untreue, Betrug im erheblichen Ausmaß, Amtsmissbrauch, Bestechlichkeit und Bestechung ist die Rede. Die Staatsanwaltschaft ermittle sowohl im Rathaus als auch bei Privatpersonen, wie ein Sprecher bestätigte. Weitere Einzelheiten zu den Ermittlungen gibt die Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Die mangelhafte Arbeit der beschuldigten Unternehmen soll bereits bei Kontrollen im vergangenen Herbst aufgefallen sein, woraufhin im Oktober von Wiener Wohnen eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht wurde.

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Österreich verzeichnet europaweit die höchsten Preisanstiege bei Wohnimmobilien

Der europäische Markt für Wohnimmobilien macht aktuell eine schwierige Entwicklung durch. Deutschland und Österreich zählen zu den wenigen Ländern, in denen derzeit einen Boom auf dem Immobilienmarkt stattfindet. Österreich erreichte sogar eine Platzierung in den weltweiten Top Ten.

In Deutschland sind die Preise für Wohnimmobilien im vergangenen Jahr um 2,2 Prozent gestiegen. Die Werte liegen zwar deutlich unter dem globalen Durchschnitt von 4,3 Prozent, allerdings konnte Deutschland im europäischen Vergleich dennoch ein gutes Ergebnis erzielen. Zu diesem Resultat kommt der globale Hauspreis-Index, der seit 2006 vom britischen Immobilien-Beratungsunternehmen Knight Frank aufgestellt wird. Als Grundlage dienen die Immobilienpreise aus 55 Ländern.

Nur drei europäische Länder vor Deutschland im Index platziert

Gemäß der aktuellen Studie schaffte es Deutschland auf den 27. Platz des Indexes. Nur in drei europäischen Ländern wurde ein höheres Plus beim Preis für Wohnimmobilien erzielt: In Belgien stiegen die Preise um 2,4 Prozent, in Finnland um 3,7 Prozent. Absoluter Spitzenreiter in Europa ist Österreich mit einem satten Plus von mehr als zehn Prozent. Damit hat sich das Land sogar einen Platz in den weltweiten Top Ten gesichert. Aber nicht erst seit letztem Jahr schätzen die Immobilieninvestoren Österreich als Standort. Aus der Studie geht weiterhin hervor, dass in der Schweiz und in Österreich seit der Weltfinanzkrise die höchsten Preissprünge auf dem Immobiliensektor zu verzeichnen sind.

In vielen Ländern Europas Rückgang der Immobilienpreise

Abgesehen von den oben genannten Ländern gehören die europäischen Staaten eindeutig zu den Verlierern auf dem Immobilienmarkt. Von den 20 Ländern, in denen 2102 ein Preisrückgang festzustellen war, liegen 19 in Europa. Das krisengeschüttelte Griechenland bildet das Schlusslicht des Hauspreis-Indexes. Im letzten Jahr fielen dort die Immobilienpreise um 13,3 Prozent, ein Ende ist nicht absehbar. Fast das gleiche Bild in Spanien, hier gingen die Preise um zehn Prozent zurück. Überraschungskandidat waren die Niederlanden, wo inzwischen zum zweiten Mal in Folge ein Preiseinbruch von mehr als sechs Prozent erfolgte. Hongkong führt den Index hingegen mit einem unglaublichen Plus von 23,6 Prozent an. In Dubai stiegen die Hauspreise um 19 Prozent, und auch der US-Immobilienmarkt erholt sich langsam mit einer Steigerung von 7,3 Prozent – dem größten Anstieg seit 2006.

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ÖVP will Wohnungskosten senken

Mit Investitionen und mehr Strenge bei der Vergabe von Gemeindewohnungen will die ÖVP gegen steigende Wohnkosten – insbesondere in Wien – angehen. Auch mehr Neubauprojekte sollen den Wohnungsmarkt entlasten.

Die steigenden Mieten und Immobilienpreise in Österreich sind der ÖVP ein Dorn im Auge. So sollen angesichts der wuchernden Wohnungskosten bis zu 50.000 zusätzliche Wohnungen gebaut werden. Dadurch erhoffe man sich laut ÖVP eine Entspannung am Immobilienmarkt.

Fast ein Drittel des verfügbaren Einkommens müssen die Österreicher mittlerweile fürs Wohnen auf den Tisch legen. 2008 wendete ein durchschnittlicher Haushalt 24 Prozent des verfügbaren Einkommens für Mieten auf, 2012 waren es bereits 29 Prozent. Im Eigentumsbereich stieg die Wohnkostenbelastung von 17 Prozent im Jahr 2008 auf 26 Prozent. Laut ÖVP ist der Anteil deutlich zu hoch, weswegen der VP-Chef und Vizekanzler Michael Spindelegger nun eine Umschichtung der Finanzen fordert: Er will per Gesetz 10 Prozent der 21 Milliarden Euro, die in privaten Pensions- und Vorsorgekassen liegen, in den geförderten Wohnbau investieren. Diese Umschichtung hätte die Errichtung 30.000 neuer Wohnungen zur Folge.

Überprüfung der Kriterien für bedürftige Menschen

Besonders in Wien will sich die ÖVP die Gemeindewohnungen vornehmen. So hat Justizministerin Beatrix Karl beschlossen, strengere Regeln für die Weitergabe von Gemeindewohnungen einzuführen. Zudem soll eine Überprüfung bezüglich der sozialen Bedürftigkeit der Bewohner stattfinden. Ist die Bedürftigkeit bei einigen Bewohnern nicht mehr gegeben, müssten dann ortsübliche Mieten bezahlt oder die Wohnungen zurückgegeben werden. Ausnahmen soll es lediglich für Studenten, Jungarbeiter und Lehrlinge geben. Von diesen Maßnahmen verspricht sich die ÖVP 10.000 freie Einheiten.

Auch der Wohnbau hat sich zwischen den Jahren 2008 und 2012 stark verteuert. Zurückzuführen ist dies laut Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (VP) auf die Grundstückspreise, die in den letzten Jahren um 22 Prozent gestiegen sind. Ginge es nach dem Wirtschaftsminister, sollten die Gemeinden nach dem Vorbild Südtirols bei Umwidmungen von Grün- auf Bauland das Recht besitzen, eigene Kontingente für geförderten Wohnbau festzulegen.

Mietrecht soll geändert werden

Auch das Mietrecht soll verständlicher und transparenter werden. So gibt es nur noch wenige Experten, die sich in den Weiten des Mietrechts wirklich auskennen und eine entsprechende Beratung anbieten können. Laut der Justizministerin Karl ist es zudem wichtig, dass die Mieter wissen, woraus sich ihr Mietpreis zusammensetzt. Zudem spielt die Gerechtigkeit in Sachen Mietrecht eine große Rolle. So gilt für die 560.000 Genossenschaftswohnungen eine andere Mietzinsobergrenze, als für die 277.000 Gemeindewohnungen. Der Richtwert für ausfinanzierte Genossenschaftswohnungen liegt derzeit bei einem Quadratmeterpreis von 3,29 Euro. Für Gemeindewohnungen hingegen gilt der jeweilige Landesrichtwertmietzins. In der Stadt Wien sind das 5,16 Euro pro Quadratmeter.

All diese Maßnahmen haben allerdings nur eines zum Ziel. Sie sollen den wachsenden Miet- und Wohnungsbaupreisen die Stirn bieten. Mit privaten Kapitalzuschüssen und einem „gerechteren“ Mietrecht sagt die ÖVP den steigenden Wohnungskosten den Kampf an.

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Existenz von Einraumwohnungen bedroht?

Einraumwohnungen gehören schon lange zu den beliebten Wohnformen. Spätestens seit den 1950er Jahren waren vor allem Arbeiter und junge Leute an kostengünstigen Wohnmöglichkeiten interessiert. Eine aktuelle Projektanalyse zeigt indes, dass Bauträger gar kein Interesse daran besitzen, bei Neubauten auch kleine Wohnungen zu planen, obwohl die Nachfrage nach wie vor sehr hoch ist.

Projektentwickler für Neubauten sehen bei der Planung kaum noch Einzimmerwohnungen vor, obwohl die Zielgruppe keineswegs ausgestorben gilt. Nicht nur die zahlreichen Studenten müssen untergebracht werden, auch Singles oder alleinstehende Menschen müssen bei derzeitigen Wohnungspreisen immer häufiger auf eine Einzimmerwohnung zurückgreifen. Auch Erich Bernard von BWM Architekten bestätigt, dass diese Wohnform ein Auslaufmodell bei Neubauprojekten sei. Das bedeutet, dass Mieter mit Interesse an diesen Wohnungen sich den vorhandenen Bestand teilen müssen.

Gründe für die fehlende Planung von Einraumwohnungen

Zunächst klingt es unlogisch, dass die Garconnière sich zunehmender Beliebtheit erfreut, während gleichzeitig keine neue Einzimmerwohnungen geschaffen werden. Martin Müller von JP Immobilien spielen vor allem wirtschaftliche Gründe eine Rolle, wie er gegenüber „Die Presse“ verdeutlicht. Viele kleinere Wohneinheiten zu planen und zu errichten sei einfach teurer als es bei großen Wohnungen der Fall ist. Außerdem würde das Interesse an den Wohnungen bereits zurückgehen. Kleinere Wohnungen sind außerdem schwieriger zu verkaufen, weil auf der einen Seite die Zielgruppe über kein Eigenkapital verfügt, zum anderen sind die bei Investoren unbeliebter, da es für viele Mieter nur eine Übergangslösung darstellt und die Mieter somit häufiger wechseln. Dadurch wird auch der Wiederverkauf erschwert, weswegen Investoren lieber auf größere Wohnungen setzen.

Auch das Wohnverhalten und die Wünsche haben sich bei Mietern und Wohnungskäufern in den letzten Jahren geändert: Es wird Wert auf mehr Wohnfläche sowie auf größere und separierte Räume gelegt. Zudem sind die Preise pro Quadratmeter bei kleinen Wohnungen häufig höher, weswegen vor allem immer mehr junge Leute bevorzugt ein WG-Zimmer beziehen.

Rückblick

Seit den 1950er Jahren bis ins Jahr 2005 hinein war die Einraumwohnung eine äußerst beliebte Investitionsform. Mit der Einraumwohnung konnten sich junge Menschen von zu Hause abnabeln und auf eigenen Füßen stehen, während sich die Kosten und Hausarbeit in Grenzen hielten. Mit der dann folgenden Wirtschaftskrise ging die Nachfrage zurück, der Markt erholt sich seitdem nur langsam. Seit 2009 hat sich die Lage stabilisiert und die Nachfrage steigt wieder an, allerdings werden jetzt weniger Einraumwohnungen geschaffen.

Wie geht es weiter?

Dennoch hat die Garconnière eine Zukunft, da diese Immobilienexperten längerfristig betrachtet die attraktiveren Wohnmodelle seien, vorausgesetzt, das Umfeld und die Infrastruktur stimmen. Auch Architekten sehen die Zukunft der Einraumwohnung als gesichert. Besonders bei gehobenen Ansprüchen sind kompakte und luxuriöse Wohnungen mit durchdachtem Wohnraum und variablen Möblierungslösungen zumindest für Durchreisende, die nicht im Hotel wohnen wollen, eine echte Alternative. Zusätzliche Barrierefreiheit würde auch den Weg für älteren Mieter ebnen. Die Einraumwohnung sterbe also noch nicht aus, so Architekt Bernard. Auch Immobilienmakler Müller bestätigt, dass er jede Woche Einzimmerwohnungen vermietet und die Nachfrage nach wie vor hoch sei.

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