Nachhaltigkeit

Energie-Autonomie: Was Kommunen selber leisten

von Silke Wellnitz am Donnerstag, 20. Oktober 2011
Die Tagung in Innsbruck stellte Projekte zum Thema Energieunabhängigkeit vor. Foto: heidemarie baier / PIXELIO

Energie-Autonomie: Was Kommunen selber leisten

Energie Tirol, der Tiroler Gemeindeverband und das Land Tirol diskutierten bei einer Tagung über „energieautonome Gemeinden“. Anhand verschiedener Projekte wurde demonstriert, wie Kommunen selbstständig an ihrer Energie-Autonomie arbeiten können.

In Tirol wurden bei einer von Energie Tirol, dem Tiroler Gemeindeverband und dem Land Tirol initiierten Tagung in Innsbruck verschiedene Projekte vorgestellt, wie Kommunen ihre Energiebilanz eigenständig verbessern können. Bei der Veranstaltung präsentierten Gemeinden ihre bisherigen Anstrengungen zum Thema „Energieautonomie“ in verschiedenen Kategorien, um Anreize für Nachahmer zu schaffen.

In der Kategorie „Sonne“ stellte die Gemeinde Wörgl  seinen „Sonnenschein-Kraftwerkspark I“ vor. Das Bürgerbeteiligungsmodell hat Wörgl zur Photovoltaik-Hauptstadt Tirols werden lassen. Das Projekt ermöglicht es jedem Bürger der Gemeinde, sich mit dem Kauf eines Anteils direkt am Solarkraftwerk zu beteiligen und so den eigenen Strombedarf zu decken. Die Region Landeck/Pfunds dagegen kann damit auftrumpfen, dass die Analyse des Sonnenenergie-Potenzial ergab, dass sich drei von vier Dächer für Solaranlagen eignen würden.

Die Gemeinde Mutters punktet in der Kategorie „Bauen“. Der sogenannte „schonende Siedlungsbau“ setzt auf die Errichtung von Solar- und Photovoltaikanlagen und auf die Erhaltung der ursprünglichen Dorfstruktur.

In der Kategorie „Leben und Wohnen“ konnte sich die Kirchbichel auszeichnen. Die Gemeinde hat in die Schulung von Hauswarten investiert und konnte so die Energiekosten von Schulen um mehr als 15 Prozent mindern, was laut Energie Tirol einem Betrag von rund 5.000 Euro an Betriebskosten entspricht. Neben dem Verhalten der Nutzer war die Einsparung auch möglich durch verbesserte Gebäudetechnik und ein neues Buchhaltungssystem.

Energie-Auszeichnungen für fünf Gemeinden

Fünf Gemeinden haben sich durch ihr Engagement um eine Auszeichnung verdient gemacht. Das österreichische Energieprogramms e5 zeichnete Schwaz, Kundl , Dölsach, Schwendau und Telfs für ihre Bemühungen aus. Das Programm prämiert Initiativen, bei denen Gemeinden ihre Energiepolitik mit dem Ziel überarbeiten, Energie effizienter zu nutzen, Klimaschutzziele festzusetzen und verstärkt erneuerbare Energieträger einzusetzen. Dabei stellen regelmäßige Kontrollen sicher, dass die Gemeinden sich an ihre gesteckten Ziele halten. Der Grad der Effizienz zeigt sich an den Auszeichnungen von „e“ bis „eeee“.

Die Gemeinde Telfs beispielsweise wurde ausgezeichnet für sein Engagement in der Ökostromerzeugung, sowie für diverse Gemeindeaktivitäten wie der Energie-Servicestelle oder dem Autofreien Tag. Schwendau erhielt die Auszeichnung aufgrund der Einrichtung eines Dörferbusses und der Energiebuchhaltung für alle kommunalen Gebäude. Dölsach bestach durch eine der höchsten Dichte an Solaranlagen in Tirol.

Hohes Potenzial durch Bügerbeteiligung

Noch immer hat Tirol nicht das Maximum an Energiesparpotenzial erreicht, sieht sich aber auf einem guten Weg. Vor allem durch Bürgerbeteiligung, so der Geschäftsführer der Energie Tirol, Bruno Oberhuber, am Rande der Tagung, sei der Weg zur Energieunabhängigkeit voranzutreiben. Allein die Wärmedämmung hätte massive Auswirkungen auf die Energiebilanz einer Gemeinde, Solarenergie könnte fast 60 Prozent der Warmwasserbereitung  übernehmen. Wenn weiterhin drastisch Energie eingespart wird, prognostiziert Oberhuber, könnte Tirol 2050 energieautark sein.

 

 

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