Nachhaltigkeit, Sanieren

Podiumsdiskussion zur Sanierungsförderung von Einfamilienhäusern

von Katharina Block am Freitag, 17. Juni 2011
vereinzelte Häuser auf Hügel
Begünstigt die geförderte Sanierung von Einfamilienhäusern die Zersiedelung? Foto: Holger Gräbner / PIXELIO

Auf einer Podiumsdiskussion in Wien debattierten Experten kürzlich über die geförderte Sanierung von Einfamilienhäusern und über die Zersiedelung Österreichs.

Die Bundeskammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten (bAIK) hatte Experten zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Nachhaltiges Planen und Bauen – ohne Sanierung?“ in Wien geladen. Eine der Hauptfragen der Diskussion war dabei die Frage, ob es sinnvoll ist, die bereits fortgeschrittene Zersiedelung Österreichs mit der geförderten Sanierung von Einfamilienhäusern zu unterstützen.

Georg Pilarz, Vorstandschef des oberösterreichischen gemeinnützigen Wohnbauträgers Giwog, erklärte die Förderung der Sanierung von Einfamilienhäusern sei Wahnsinn, da sie volkswirtschaftlich betrachtet die teuerste Wohnform darstellten. Die Planungssprecherin der Grünen Wien, Sabine Gretner, wies neben den Ausgaben für die Infrastruktur auch auf die sozialen Folgekosten der Zersiedelung für die Gemeinden hin. In dünn besiedelten Gemeinden würden so zum Beispiel die Kosten für die Bereitstellung für „Essen auf Rädern“ ein mehr als das Zwanzigfache der städtischen Kosten betragen.

Sanierung sollte keinen Vorrang vor dem Neubau haben

Franz Köppl, Mietrechtsexperte der Arbeiterkammer, sagte, dass im Bereich der Einfamilienhäuser die höchsten CO² Emissionen stattfänden. Dieser Logik zufolge wäre die starke Sanierung des Eigenheimbereichs auch gerechtfertigt. Dennoch sprach er sich erneut gegen den Vorzug von Sanierungen vor den Wohnungsneubau aus. Auch im Rahmen der Generationengerechtigkeit sei der geförderte Wohnungsbau für junge Wohnungssuchende das Wichtigste.

Dr. Margarete Czerny von der Nachhaltigkeitsinitiative UMWELT + BAUEN präsentierte die neuesten Zahlen des laufenden „Sanierungschecks“. Rund 60 Prozent der reservierten 100 Millionen seien bereits vergeben. Auch wenn sich das Verhältnis der Fördersumme zu den dadurch ausgelösten Investitionen weiterhin verbessert habe, sei dies alles trotzdem nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Sie forderte daher eine Anhebung der Sanierungsrate.

 

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