Mieten

Sozialer Wohnungsbau in Tirol: Tiefgaragenstellplätze lassen Mieten steigen

von Redaktion am Freitag, 1. Februar 2013
Zu viele Tiefgaragenstellplätze verteuern die Mieten in Tirol.
Zu viele Tiefgaragenstellplätze verteuern die Mieten in Tirol. Foto: ha_schmid / PIXELIO

Die gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaften in Tirol machten jetzt anlässlich der Pressekonferenz zu ihrer Jahresbilanz ihrem Unmut Luft.

Einerseits sollen die Wohnungsbaugesellschaften preisgünstigen Wohnraum bereitstellen, andererseits sind sie aber an Vorschriften gebunden, die den Wohnraum verteuern und in ihren Augen unsinnig sind. Das Beispiel dafür: die von den Gemeinden verlangten Tiefgaragenparkplätze pro Wohnung.

Die WBGs fordern die Gemeinden dringend auf, durch eine Lockerung derartiger Bauvorschriften das ihre dazu beizutragen, dass der soziale Wohnungsbau günstiger werden kann.

Zu viele Stellplätze verteuern Mieten

Bis zu drei Tiefgaragenplätze pro Wohnung werden vorgeschrieben – viel zu viel im sozialen Wohnungsbau. Schließlich sind gerade die Bürger, die preiswerten Wohnraum suchen, wohl kaum in der Lage, sich drei Autos zu leisten. Mieten und Betriebskosten steigen dafür um bis zu vierzig Prozent, rechnet Klaus Lugger, Landesobmann der Gemeinnützigen Bauträger, vor. Üblich sei ein Abstellplatz pro Wohnung zuzüglich einiger Besucherparkplätze – damit könnte die Miete in den betroffenen Regionen um etwa ein Euro pro Quadratmeter niedriger sein.

Ein anderes Problem seien die Vorschriften der Wohnungsbauförderung hinsichtlich der Rückzahlung der Zuschüsse. Hier steigt alle paar Jahre der Zinssatz, und damit erhöht sich die Miete. Das können schon einmal 100 Euro im Monat für eine 70-qm-Wohnung sein. Hier fordern die gemeinnützigen Bauträger eine Glättung. Außerdem passten solche Zinssprünge auch angesichts der derzeitigen niedrigen Zinsen nicht in die Welt.

Immerhin verwalten die gemeinnützigen Wohnungsbauer knapp 40.000 Mietwohnungen und etwa 27.000 Eigentumswohnungen. Im vergangenen Jahr wurden 280 Millionen Euro verbaut, in diesem Jahr sollen es 307 Millionen Euro werden. Davon entfallen etwa 50 Millionen Euro auf Instandhaltungen. Vorgesehen ist in diesem Jahr der Bau von 1.500 neuen Wohnungen. Die Wohnungsbaugesellschaften glauben, dass sie damit die Nachfrage gut treffen; immerhin können sie berichten, dass es auch in kleineren Gemeinden keine Leerstände gibt. Für Tirols Landeshauptstadt Innsbruck sei das vorgesehene Volumen aber immer noch zu wenig. Obwohl viel gebaut wurde, besteht immer noch ein Nachfrageüberhang.

 

Dieser Beitrag wurde unter Mieten abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.