Mieten

Neue Studie: Mieter in Wien-Landstraße nach Privatisierung unzufrieden

von Redaktion am Montag, 8. April 2013
Arsenal-Wohnanlage
Arsenal-Wohnanlage in Wien-Landstraße: Die Zufriedenheit der Mieter mit der Wohnqualität ist nach der Privatisierung niedriger als davor. Foto: TomTom / PIXELIO

Neue Mieter werden mit höheren Mieten belegt, Altmieter mit schlechteren Wohnbedingungen konfrontiert: Das ist das Ergebnis einer Studie, die sich mit den derzeitigen Bedingungen in der Arsenal-Wohnanlagen nach deren Privatisierung befasst.

Die Studie des Stadt- und Regionalwissenschaftlichen Zentrums, die von der Arbeiterkammer (AK) in Auftrag gegeben wurde, untersucht die Veränderungen für Mieter in der Wohnanlage in Wien-Landstraße, die 2003 von der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) an Konsortium rund um einen privaten Investor verkauft wurde. Die Anlage umfasst 800 Wohnungen, von denen aktuell etwa 700 bewohnt sind. Von diesen wiederum flossen die Erfahrungen von 129 Haushalten vor und nach der Privatisierung in die Studie ein.

Negative Konsequenzen für alte und neue Mieter

Zusammenfassend lassen sich negative Konsequenzen für alte und neue Mieter feststellen. Grund dafür ist die von den neuen Eigentümern angewandte Verwertungsstrategie, die charakteristisch für Privatisierungen in großem Stile ist: Erst nach dem Auszug eines Mieters wird die Modernisierung der Wohnung vorgenommen. Im Anschluss daran erfolgt die teure Weitervermietung, was für die meisten Bewohner dauerhaften Baulärm durch ständig neue Baustellen bedeutet. Weiterhin erhöhten sich die Mieten: Wurden vor der Privatisierung durchschnittlich 8,53 Euro pro Quadratmeter verlangt, wurden im Herbst 2012 bereits Wohnungen für 13,71 Euro pro Quadratmeter angeboten. Ferner sprachen die nunmehrigen Eigentümer vielen Mietern durch Ausbau von Dachgeschossen und Aufstockungen das Nutzungsrecht an Abstellflächen für Kinderwagen, Dachbodenflächen und Autostellplätzen ab.

Unzufriedenheit der Bewohner ebenfalls bei den Sanierungsmaßnahmen

Die durchgeführten Sanierungsmaßnahmen stießen bei den Bewohnern gleichfalls auf Kritik. So verringerten sich zwar die Instandsetzungsarbeiten an Fassaden und Stiegenhäusern, dafür wurden mehr Dachsanierungen vorgenommen, weil diese mit der Schaffung von zusätzlichem Wohnraum einhergehen. Mangelnde Pflege und Sicherheit bemerken die Mieter zudem an den Außenanlagen. Während 2003 den Zustand der Gehwege 78 Prozent mit gut bis sehr gut bewerteten, waren es in der aktuellen Umfrage gerade einmal 32 Prozent. Schlechte Noten erhielten auch die Hausverwaltung und die Verständlichkeit von Betriebs- und Mietkostenabrechnungen. Über geplante Vorhaben der Eigentümer ausreichend informiert fühlten sich 2012 lediglich 13 Prozent der Befragten. Im Jahre 2003 lag der Wert noch bei 36 Prozent.

 

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