Mieten

Hohe Mieten verstärken das Armutsproblem

von Redaktion am Freitag, 3. Mai 2013
Die Wohnkosten werden zur immer größeren Belastung für Mieter. Foto: Benjamin Thorn / PIXELIO

Die Miete ist für die meisten Österreicher die größte monatliche Belastung. In vielen Haushalten macht sie mehr als ein Viertel des zur Verfügung stehenden Budgets aus. Die steigenden Mietkosten führen auch dazu, dass mittlerweile 1,4 Millionen Menschen von sozialer Ausgrenzung oder Armut bedroht sind.

Die Wohnkosten entwickeln sich zu einem ernstzunehmenden Problem für die Bevölkerung Österreichs. Hauptsächlich Menschen mit einem geringen Einkommen sind davon betroffen. Zwei Drittel der von Armut gefährdeten Personen stecken über ein Viertel des Haushaltseinkommens in ihre Wohnung. Das offenbart die Auswertung des EU-Sozialberichts Silc, die von der Statistik Austria erstellt wurde.

Zahl der armutsgefährdeten Menschen in Österreich angestiegen

Im Jahr 2011 waren gemäß der Auswertung 1,05 Millionen Menschen armutsgefährdet. Von einer Armutsgefährdung wird gesprochen, wenn das durchschnittliche Monatseinkommen in einem Einpersonenhaushalt unter 1.066 Euro liegt. Erfolgt eine Einbeziehung der Personengruppe, die nicht einmal mehr in der Lage ist, mit ihrem Einkommen bestimmte Grundbedürfnisse abzudecken, sind derzeit 1,4 Millionen Österreicher von sozialer Ausgrenzung oder Armut bedroht. Verglichen mit dem Vorjahr erhöhte sich die Gesamtzahl somit um 34.000. Auf lange Sicht betrachtet ergibt sich jedoch im Vergleich mit 2008, dem Jahr der Weltwirtschaftskrise, eine Verringerung um 125.000 Personen.

Wohnkosten mehr gestiegen als Inflationsrate

Aktuell beträgt der durchschnittlich von einer Familie mit zwei Kindern im Monat zu tragende Aufwand für eine Wohnung 800 Euro. Das Haushaltseinkommen von etwa fünf Prozent der Erwerbstätigen (rund 200.000 Menschen) liegt allerdings unter der oben genannten Einkommensgrenze von monatlich 1.066 Euro. Besonders ältere Menschen sind davon betroffen. Dadurch ergibt sich gerade im Alter durch die hohen Mieten weniger Geld zum Leben. Sozialminister Rudolf Hundstorfer und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide SPÖ) machten bei der Vorstellung der Auswertung darauf aufmerksam, dass seit 2008 die Wohnkosten wesentlich stärker gestiegen sind als die Inflationsrate. Aus diesem Grund bemühe man sich gemeinsam mit der ÖVP, ein Maßnahmenpaket für günstigeres Wohnen noch im Mai auf den Weg zu bringen.

 

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