Mieten

Arbeiterkammer warnt: Mieten in befristeten Wiener Altbauten zu hoch

von Redaktion am Montag, 31. Dezember 2012
Befristete Mieten: Wiener zahlen nach Ansicht der AK zu viel.
Befristete Mieten: Wiener zahlen nach Ansicht der AK zu viel. Foto: Einar Wollweber / PIXELIO

Die Arbeiterkammer (AK) warnt Mieter von Wiener Altbauwohnungen: Sie müssen viel zu hohe Mieten zahlen. Das ergab eine Auswertung von mehr als 17.000 Wiener Richtwertmietverträgen, die aus 2010 stammen. Besonders auffällig sind die zu hohen Kosten bei befristeten Verträgen.

Mieter einer 75-Quadratmeter Altbaumietwohnung mit einer sehr guten Ausstattung und folglich der Kategorie A zugehörig zahlten im Jahre 2010 im Schnitt 2.240 Euro Miete zu viel, sofern es sich um ein befristetes Mietverhältnis handelte. Ausschlaggebend dafür waren die Zuschläge zum Mietrichtwert.

Aufschlag auf Richtwertmietzins liegt bei 60 Prozent

Etwa 17.400 neue Mietverträge, davon rund 7.000 befristet, fanden 2010 für Altbauwohnungen mit einer sehr guten Ausstattung ihren Abschluss. Nun zeigt die Analyse der AK, dass gerade bei den befristeten Verträgen der nicht zulässige Aufschlag auf den Richtwertmietzins ungefähr 60 Prozent beträgt. Dabei sollten doch gerade die befristet vermieteten Wohnungen günstiger sein als die unbefristeten, meint die AK. Das Gegenteil ist aber der Fall.

Zwei Jahre zuvor lag der Richtwert bei 4,91 Euro pro Quadratmeter. Als Zuschlag für die Lage der Wohnung waren im Durchschnitt 0,63 Euro pro Quadratmeter erlaubt. Im Ergebnis sind das 5,54 Euro für ein unbefristetes Mietverhältnis. Bei Abschluss eines befristeten Vertrages erfolgt weiterhin der Abzug eines gesetzlichen Abschlags, wonach sich eine Nettomiete 4,16 Euro pro Quadratmeter ergibt. In der Praxis aber verlangten die Vermieter einen durchschnittlichen Mietzins von 6,65 Euro pro Quadratmeter netto bei der befristeten Anmietung einer Altbauwohnung der Kategorie A. Somit war der Mietzins um 60 Prozent höher als gestattet.

Mehrere Millionen Euro zu viel kassiert

Angesichts dieser Tatsache steht am Ende für die Wiener Vermieter allein bei den befristeten Mietverträgen ein sattes Plus von mehr als 15 Millionen Euro. Unter Einbeziehung der unbefristeten Mietverträge erhöht sich der Betrag gar auf etwa 22 Millionen Euro. Das zeige wieder einmal, wie undurchsichtig das Richtwertsystem ist und das es so nicht funktioniert. Die Forderung der AK lautet auf eine Änderung des Mietrechtsgesetzes dahingehend, dass befristete Wohnungen preisgünstiger werden. Zu- und Abschläge müssen klar in einem Katalog definiert werden. Der Lagezuschlag sei ganz zu streichen. Die erhobenen Zuschläge sollten sich an den baulichen Kennzeichen orientieren.

 

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