Mieten

Österreichs Mieten steigen weiter

von Redaktion am Montag, 24. Dezember 2012
Zu wenig Wohnungsbau: Mieten werden immer teurer.
Zu wenig Wohnungsbau: Mieten werden immer teurer. Foto: Petra Dirscherl / PIXELIO

Mieten in Österreich steigen weiter. Besonders junge Familien werden durch die hohen Mieten belastet. Die Wiener Arbeiterkammer reagiert auf Probleme auf dem Wohnungsmarkt.

In Österreich stiegen die Mieten seit 2000 stärker als die Löhne. Studien des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) und der TU Wien belegen, dass die Mieten zwischen den Jahren 2000 bis 2011 um elf Prozent gestiegen sind. Dabei lag die Teuerungsrate in diesem Zeitraum bei lediglich 25 Prozent, die Lohnerhöhungen bewegten sich ebenfalls im Bereich der Inflation. Demnach sind die Mieten um circa zwei Drittel stärker gestiegen als die Inflationsrate oder die Löhne.
Fokussiert man den Zeitraum von 2005 bis 2011, wird deutlich, dass die Mieten in dieser Zeit auf dem privaten Markt um 28 Prozent gestiegen sind. Mieter in Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen mussten nur 13 Prozent mehr zahlen. Wohnungssuchende, Mieter und junge Familien werden immer stärker zur Kasse gebeten.

Wohnungen werden befristet vergeben

Aus den Studien geht ein klarer Trend hervor: So werden auf dem privaten Markt immer mehr Wohnungen nur befristet vergeben. Im Vorjahr wurden fast zwei Drittel der Neuvermietungen im privaten Sektor nur mehr mit einem befristeten Mietvertrag veräußert. Aber auch hier werden Höchstpreise verlangt. Den Abschlag für befristet vergebene Wohnungen, wie das im Mietrechtsgesetz vorgesehen ist, gibt es in der Praxis nicht. So kosten befristete Wohnungen in Wien 9,50 Euro/m2 während unbefristete Wohnungen mit 8,70 Euro/m2 laut Studie sogar billiger sind.

Mieten steigen stärker als im EU-Schnitt

Die Mieten in Österreich sind in den letzten elf Jahren stärker gestiegen als im EU-Durchschnitt. Zwischen 2010 und 2011 sind zudem die gesamten Wohnungsbauausgaben in Österreich von 2,95 auf 2,66 Milliarden Euro gesunken. Das bedeutet: Es wird weniger gebaut, was die Nachfrage und somit die Preise in die Höhe treibt.

Gleichermaßen sind die Grundstückspreise in Wien massiv gestiegen, womit Wohnungen deutlich teurer wurden. So kostete im Jahr 2000 ein Quadratmeter Boden durchschnittlich noch 575 Euro, 2010 waren es knapp 1000 Euro. Gemeinnützige Wohnbauträger haben unter diesen Voraussetzungen besonders schwer. Sie können pro Quadratmeter höchstens 235 Euro investieren, um noch niedrige Mieten anbieten zu können.

Sowohl die Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou als auch die Arbeiterkammer Wien reagieren auf die zunehmenden Probleme auf dem österreichischen Wohnungsmarkt. Vassilakou will die Nettomieten in Wien gesetzlich auf maximal sieben Euro pro Quadratmeter begrenzen. Hingegen die Arbeiterkammer an eine Totalreform des Mietrechtes denkt.

 

Dieser Beitrag wurde unter Mieten abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.