Immobilienkauf, Mieten

So funktioniert der Immobilienmarkt in Österreich

von Redaktion am Donnerstag, 9. August 2012
Knapp die Hälfte der Immobiliensuchenden interessieren sich für ein Haus
Knapp die Hälfte der Immobiliensuchenden interessieren sich für ein Haus. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Innerhalb der letzten zwölf Monate suchte gut ein Viertel der Österreicher neuen Wohnraum. Interessant: 75 % suchten online, nur 25 % über Zeitungen oder im Bekanntenkreis, wie die Immobilienplattform Immobilien.net durch das Marktforschungsinstitut Nielsen ermitteln ließ. Etwa zwei Drittel suchen eine Wohnung, 42 % ein Haus, und 18 % suchen ein Grundstück um ihren Traum vom eigenen Heim selbst zu verwirklichen. Weitere Ergebnisse der Umfrage: die meisten wollen für den Eigenbedarf kaufen, nur 19 % suchen ein Renditeobjekt und wollen vermieten, und 29 % suchen nur eine Mietgelegenheit.

Die Experten der Bank Austria haben ermittelt, dass der Immobilienmarkt in Österreich nicht zu Übertreibungen neigt. Grund sind die hohen Anforderungen an Eigenkapital. Zwar setzen die Anleger derzeit auf „Betongold“ und treiben dadurch die Preise nach oben, doch sind dem eben durch die Eigenkapitalanforderungen Grenzen gesetzt. Investoren aus dem gewerblichen Bereich achten darauf, dass die erworbenen Immobilien stabile Renditen bringen.

Am Wohnungsmarkt seien die Steigerungen der letzten zehn Jahre mit 25 % sehr moderat gegenüber 46 % in der Eurozone. Lediglich im Luxussegment gebe es kräftige Preissteigerungen, und auch der Immobilienstandort Wien sei in den letzten beiden Jahren mit Steigerungen von jeweils acht Prozent aus dem Rahmen gefallen. Bei einem Rückgang der Fördermaßnahmen wird allerdings mit Preissteigerungen gerechnet, wodurch die einkommensschwachen Bevölkerungsschichten besonders betroffen sind.

Niedrige Leerstandsraten kennzeichnen den Büromarkt in Wien, der damit zu den stabilsten Märkten in Europa gehört. Im europäischen Vergleich sind die Mieten niedrig. Auch das ist ein Grund für Spekulanten, dem österreichischen Markt fernzubleiben. Derzeit stammt die Hälfte der neu auf den Markt kommenden Immobilien aus Sanierungen, Umbauten oder Erweiterungen.

Ein regeres Geschäft bietet der Markt für Zinshäuser. Der erste Wiener Bezirk zählt hier zu den Gewinnern. Positiv wirkt sich die Angst der Investoren vor der Inflation aus. Andererseits sind die vielerorts nur niedrigen Renditen kein besonderer Anreiz. Der Markt dürfte sich angesichts fehlender attraktiver Einstiegsmöglichkeiten weiter beruhigen. Auch der Markt für Shoppingcenter befindet sich im Rückwärtsgang.

 

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