Mieten

Neubau–Tiefstand bei Sozialbau

von Redaktion am Donnerstag, 26. Juli 2012
Wien
Sozialbau Wien hat die Wohnungsbauzahlen präsentiert. Foto: selbst / PIXELIO

Bei der alljährlich anstehenden Bilanzpressekonferenz der Wiener Sozialbau AG konnte Generaldirektor Herbert Ludl von einer ungebremst hohen Nachfrage und „stabilen“ Wohnkosten innerhalb des Konzerns, aber auch einem geringeren Neubauvolumen berichten.

Im Jahr 2011 sank das Neubauvolumen der Sozialbau AG um 30 Prozent. Das macht insgesamt 45 Millionen Euro aus, welche wiederum bei der Zahl der Wohneinheiten einen Rückgang von 15 Prozent bedeuten. Im Baustadium befanden sich im letzten Jahr insgesamt 1.078 Wohnungen, die Fertigstellung und Übergabe erfolgten bei 472 von ihnen. Sanierungen wurden im Umfang von 21 Millionen Euro getätigt. Damit blieb man leicht unter dem Sanierungsvolumen in Höhe von 22 Millionen Euro im Jahre 2010.

Vormerkungen stark gestiegen und auf diesem Niveau seither verblieben

Bei den Wohnungsvormerkungen gab es im Vorjahr einem starken Anstieg, seitdem sind sie allerdings auf einem konstanten Niveau verblieben. Laut Aussage von Ludl stehen aktuell über 40.000 Wohnungssuchende auf den Listen der Sozialbau, deren Mieten im Durchschnitt 3,61 Euro pro Quadratmeter betrage. Gegenüber dem Jahr zuvor macht dies einen Anstieg um zehn Cent beziehungsweise 2,8 Prozent aus.

Eine vernünftige Alternative zu einer Wohnung von Sozialbau zu finden ist derzeit schwierig. Darum ist auf der eine Seite der Leerstand verschwindend gering und beträgt nach Ludl nur „drei Hundertstel Prozent“, auf der anderen Seite ist auch seit Jahren ein Sinken der Wohnungswechsel – Kennziffer zu bemerken. Derzeit hat sie einen Stand von 4,2 Prozent. Im letzten Jahr waren es 4,3 Prozent.

Eingreifen bei den Betriebskosten notwendig

Bei den Betriebskosten hat sich „erstmals seit drei Jahren“ die Notwendigkeit zum Eingreifen ergeben. Hier war 2011 ein Anstieg um 2,1 Prozent auszumachen. Hauptsächlich war dieser den wesentlich höheren Heizkosten zuzuschreiben, die ein Plus von 15 Prozent aufwiesen. Dementsprechend wurde eine Anpassung der Akonti-Zahlungen um 3,8 Prozent vorgenommen.

Zuversichtlich zeigte sich der Sozialbau-Chef angesichts des Neubauvolumens für die nächsten zwei bis drei Jahre. Das auch dank der „Wiener Wohnbauinitiative“. Von einer guten Versorgung mit Arbeit für diese Zeit redet Ludl, weshalb seiner Ansicht nach ebenfalls die „Talsohle“ im Neubau erst einmal überwunden ist. Etwa 1.100 Wohnungen wird die Sozialbau mit Unterstützung der Darlehen aus dem sogenannten „Call“ bauen. Ein Großteil davon ist in der Seestadt Aspern geplant. Anschließend müsse man schauen, ob von der öffentlichen Hand wiederum eine Ankurbelung der Wohnbauförderung erfolgt oder ob ein Ausweichen in den freifinanzierten Bereich eher in Betracht kommt.

 

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