Bauen, Immobilienkauf, Mieten

Baustandards in Salzburg werden gesenkt

von Silke Wellnitz am Donnerstag, 24. Mai 2012
Salzburgs Wohnungsbauträger fordern Senkung der Baustandards
Die Mieten und Kaufpreise in Salzburg gehören zu den höchsten in Österreich. Foto: Thommy Weiss / PIXELIO

Teures Pflaster Salzburg: Mieten und Kaufpreise sind happig, die Stadt neben Innsbruck die teuerste Kommune Österreichs. Auch das Bauen wird teurer, wie gemeinnützige Wohnungsbauträger mit Schrecken feststellen. Helfen soll das Absenken der Baustandards.

Wohnen ist teuer, vor allem in Salzburg. 4.350 Euro kostet der Quadratmeter Eigentumswohnung, die Mieter müssen durchschnittlich 9,40 Euro pro Quadratmeter im Monat bezahlen. Salzburg ist – gemeinsam mit Innsbruck – die teuerste Kommune in Österreich. Günstiger Wohnraum ist mehr als knapp.

Die fünf in Salzburg tätigen gemeinnützigen Wohnungsbauträger stellen allerdings fest, dass die hohen Preise nicht nur an den hohen Kosten für die Grundstücke liegen, auch das Bauen selbst sei zu teuer, und das müsse nicht sein. Sie fordern vom Land eine Absenkung der vorgeschriebenen Baustandards, um billiger bauen zu können.

Im Einzelnen denken die Wohnungsbauträger beispielsweise an die geforderten Pkw-Stellplätze pro Wohnung, die in den Kommunen sehr unterschiedlich festgelegt seien und die man nach unten angleichen könne. Dann sollte über die Absenkung des Schallschutzes auf die im übrigen Österreich geltende Norm nachgedacht werden. Schließlich könnte auch der Wärmeschutzstandard auf ein „normales“ Maß zurückgeschraubt werden. Außerdem wird das Bauen dadurch verteuert, dass eine bestimmte Anzahl der Wohnungen rollstuhlgerecht gebaut werden müssen. Insgesamt sehen die Bauträger Einsparungsmöglichkeiten von etwa zehn Prozent der Baukosten.

Der Wohnbaulandesrat Walter Blachfellner (SPÖ) unterstützt die Forderungen, aber nicht uneingeschränkt. Beim Wunsch nach weniger barrierefreien Wohnungen will er nicht mitziehen: Für ihn wäre es noch teurer, wenn die alten Leute in Seniorenheime umziehen müssten. Und in Sachen Energieeffizienz erklärt er sich für unzuständig. Diese sei mit dem Bund vereinbart worden und könne nicht einseitig aufgekündigt werden, zumal daran auch die Gewährung der Wohnbauförderung gekoppelt sei.

Die gemeinnützigen Bauträger hoffen, dass sich die Senkung der Baustandards, die naturgemäß auch für den privaten Wohnungsbau gelten würden, auch dort zu Preissenkungen führen wird und nicht einfach die Margen der privaten Bauträger erhöhen. Sie vertrauen darauf, dass der Markt auch die privaten Bauträger zwingt, die Einsparungen an die Kunden weiter zu geben. Eine Garantie dafür kann es allerdings nicht geben, dessen ist sich Blachfellner sicher.

 

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