Mieten

Mietpreisexplosion in Salzburg

von admin am Donnerstag, 17. Mai 2012
Salzburg
Salzburg: Die Wohnungsmieten haben eine wahre Explosion erlebt. Foto: www.Clearlens-images.de / PIXELIO

Salzburg ist noch nicht das teuerste Pflaster in Österreich – Innsbruck ist noch teurer. Doch das ist für Mieter und solche, die es in Salzburg werden wollen, nur ein schwacher Trost. Die Mietpreisexplosion in den letzten elf Jahren führt dazu, dass heuer nicht mehr ein Viertel, sondern schon knapp die Hälfte des Familieneinkommens für die Miete ausgegeben werden muss. Um vierzig Prozent sind die Mieten innerhalb dieses Zeitraums gestiegen. Und dies gilt nicht nur für die Stadt Salzburg selbst, sondern auch für das Umland. Wohnraum wird hier mehr und mehr zum Luxusgut.

Noch stärker gestiegen sind allerdings die Kaufpreise für Wohneigentum –einer Statistik zufolge um mehr als 76 Prozent! Deshalb ist der Erwerb von Eigentum sogar noch schwieriger als das Mieten geworden. Die Steigerungen liegen sowohl bei den Kaufpreisen als auch bei der Miete deutlich über der Inflationsrate, die für diesen Zeitraum mit 25 Prozent anzusetzen ist. Für viele Familien bleibt Eigentum deshalb ein Wunschtraum.

Mit 13,50 Euro pro Quadratmeter bei der Miete und mit 3.615 Euro pro Quadratmeter beim Kauf wird das Wohnen in Salzburg und Umgebung nahezu unerschwinglich. Auch gebrauchte Immobilien sind teuer. Für eine 35-Quadratmeter-Wohnung im Stadtteil Lehen muss man mit knapp 500 Euro im Monat rechnen. Die 45 Quadratmeter große Zweizimmerwohnung im Stadtteil Maxplan ist nicht unter 600 Euro zu bekommen. 70 Quadratmeter große Wohnungen kosten durchschnittlich 1.000 Euro im Monat. Deshalb ist die Schlange der interessierten Mieter heuer auch extrem lang. Etwa 11.000 Menschen suchen derzeit eine Mietwohnung, 4.000 davon in der Stadt Salzburg selbst.

Die Experten der Arbeiterkammer, die den Immobilienmarkt untersucht haben, rechnen in naher Zukunft nicht mit einer Preissenkung. Sie fordern zusätzlichen Wohnbau im Bereich geförderter Wohnungen; erst danach rechnen sie mit einer Preiskorrektur. Von der Politik wird gefordert, die Zweitwohnsitze einzudämmen und das Mietrecht zu reformieren. Dazu zählen sie beispielsweise, die Mietbindung an die Inflation aufzugeben, den Betriebskostenkatalog auf die tatsächlichen Kosten einzuschränken und eine Umlage der Verwaltungskosten zu verhindern.

 

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