Immobilienkauf, Mieten

Mehr Transparenz für Käufer: Schärfere Makler-Standesregeln

von Redaktion am Montag, 16. April 2012
Immobilienmakler
Neue Standesregeln für Immobilienmakler. Foto: Benjamin Thorn / PIXELIO

Ein neuer Regelkatalog für Immobilienmakler verbietet ab dem 1. Juli die Anpreisung von Wohnungen und Häusern als „provisionsfrei“, wenn eine Provision versteckt im Kaufpreis enthalten ist. Außerdem müssen Makler künftig immer eine schriftliche Bestätigung über einen Auftrag vorweisen können.

Ein Umzug ist teuer – besonders wenn zu den Kosten für Möbel, Haushaltsgegenständen und Transport noch eine Provision für den Makler anfällig wird. Erfreut ist umso mehr, wer in einer Immobilien-Verkaufsanzeige die Phrase „provisionsfrei für den Käufer“ liest. Die soll suggerieren, dass nur der Verkäufer dem Makler eine Provision zahlt – das klingt nach einem guten Angebot, ist aber häufig irreführend. In sehr vielen Fällen ist es nämlich so, dass der Käufer durchaus eine Provision zahlt, diese aber im Kaufpreis „versteckt“ ist.

Neue Standesregeln ab 1. Juli

Damit soll jetzt Schluss sein: In den neuen „Standesregeln für Immobilienmakler“, die Berichten von derStandart.at zufolge am 1. Juli in Kraft treten werden, wird diese Phrase verboten. Zuletzt machte ein großes österreichisches Makler-Netzwerk von dieser Möglichkeit der „versteckten Provision“ häufig Gebrauch – und der Maklersprecher des Fachverbands der Immobilientreuhänder, s-Real-Chef Michael Pisecky, nennt diese Vorgangsweise auch grundsätzlich zulässig. „Künftig muss das aber so angeschrieben sein, dass für den Käufer klar ist, dass die Provision im Kaufpreis inkludiert ist“, erklärt er gegenüber derStandard.at. So dürfen Makler also künftig nicht mehr den Eindruck erwecken, dass der Käufer keine Provision zahlen muss – eine Falle weniger, in die Kaufinteressierte tappen können.

Eine weitere Änderung in den neuen Standesregeln ist der so genannte „Schriftlichkeits-Angebotsschutz“. Demnach handeln Immobilienmakler zukünftig standeswidrig, wenn sie zu einem Auftrag keine schriftliche Bestätigung vorweisen können. Gegenüber derStandard.at sagt Pisecky dazu: „Das soll verhindern, dass Objekte ohne Wissen des Eigentümers angeboten werden. Sowohl der Eigentümer als auch der beauftragte Makler sollen die Sicherheit haben, dass die Immobilie nicht von jemand Unbefugtem gemakelt wird.“ Die Standesregeln schreiben darüber hinaus fest, dass unbefugt handelt, wer ein Maklerhonorar verlangt, obwohl er gar kein Makler ist. Und auch ein Makler mit Gewerbeberechtigung, der mit einem „Kollegen“ ohne Gewerbeberechtigung in irgendeiner Form zusammenarbeitet, wird Probleme bekommen.

An die Mitgliedsbetriebe aussenden wird der Fachverband der Immobilientreuhändler die neuen Standesregeln im April oder Mai, in Kraft treten werden sie am 1. Juli. Darüber hinaus gibt es in der Kammer noch ein weiteres Ziel: Die Standesregeln sollen in der Immobilienmakler-Verordnung verankert werden. Das wäre eine Verschmelzung zweier Regelwerke, die die Grundlagen für die Verhaltensregeln der Immobilienmakler darstellen. Bisher haben die Standesregeln im Streitfall nur den  Stellenwert eines Sachverständigengutachtens.

 

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