Mieten

Mieten in Wien haben 13 Euro-Grenze überschritten

von Silke Wellnitz am Freitag, 28. Oktober 2011
Die Mieten in Wien knackten erstmals die 13 Euro-Grenze. Foto: Cornerstone / PIXELIO

Wohnen in Wien wird immer teurer: In diesem Jahr haben die Durchschnittsmieten die Marke von 13 Euro geknackt und sind damit teurer denn je. Nach den Nebenkosten für Strom und Heizung explodieren nun also auch die Mietpreise.
Wer in Wien eine Wohnung hat, muss in den meisten Bezirken für die Miete schon lange deutlich tiefer in die Tasche greifen als in anderen Teilen Österreichs. In letzter Zeit hat sich die Lage allerdings zugespitzt: Neben den deutlich gestiegenen Kosten für Strom und Gas müssen Wiener Mieter jetzt auch mit einem massiven Anstieg der Mieten zurechtkommen.

Stolze 13 Euro im Schnitt sollen Wiener Mieter pro Quadratmeter berappen, so viel wie nie zuvor. Die beiden Immobilienexperten Bernd Gabel-Hlawa und Benedikt Gabriel vom Portal FindMyHome.at machen gleich mehrere Gründe für die Preisexplosion aus. Zum einen spielt die Nachfrage nach Mietobjekten eine große Rolle: Aufgrund der Wirtschaftskrise wird verstärkt nach Immobilien gesucht, die eben nicht zum Kauf, sondern zur Miete zur Verfügung stehen. Vor allem im Altbausektor spiegelt sich die Lage wieder, aber auch allgemein bei Wohnungen ab vier Zimmern sowie bei klassischen Studentenwohnungen. Zum anderen lässt auch die Inflation die Mietpreise ansteigen, so Gabel-Hlawa und Gabriel am Rande der Veröffentlichung des aktuellen Immo-Barometers.

Mietpreise zogen im dritten Quartal 2011 um fast 1 Prozent an

Statistisch gesehen erhöhten sich die Mietpreise im letzten Quartal um um 0,9 Prozent, seit Jahresbeginn gerechnet um zwei Prozent. Ein Ende des Anstiegs ist laut der beiden Experten nicht wirklich in Sicht. Bei Eigentumsimmobilien sieht es etwas besser aus: seit Jahresbeginn erfuhren die Kaufpreise lediglich eine Erhöhung um nur 0,6 Prozent auf einen Durchschnittspreis von 3.345 Euro pro Quadratmeter, im letzten Quartal sogar mit minimalem Rückgang. „Während Mietwohnungen nach wie vor Mangelware sind, kam es am Eigentumsmarkt nach einer sehr dynamischen Entwicklung zu einer kurzzeitigen Beruhigung. Wir erwarten für das letzte Quartal jedoch erneute Preissteigerungen“, kommentieren Gabel-Hlawa und Gabriel gegenüber news.at.

Mietpreisunterschiede anhand der Lage

Bei den Mieten sind deutliche Unterschiede zwischen Objekten innerhalb und Objekten außerhalb des Gürtels zu erkennen: innerhalb liegt der durchschnittliche Mietpreis bei 14,41 Euro und damit satte 10,3 Prozent über dem übrigen Stadtniveau. Auch die klassischen Luxusviertel wie Döbling (16,53 Euro), Hietzing (14,18 Euro) oder Währing (16,44 Euro) treiben den Schnitt nach oben. Dazu kommt der Ausbau des U-Bahn-Netzes, der in einigen Vierteln zu Mieterhöhungen führt. Favoriten mit 8,38 Euro und Simmering mit 8,65 Euro pro Quadratmeter stehen am anderen Ende der Preisskala.

 

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