Mieten

Erhöhung von Betriebskosten und Mieten

von Theresa Ritschel am Donnerstag, 15. September 2011
Mieten und Betriebskosten steigen: Besonders stark betroffen sind die Bewohner Wiens. Foto: Adolf Riess / PIXELIO

Wohnen in Wien wird ab Januar teurer. Besonders Mieter mit einem „Kategorienmietvertrag“ müssen mit deutlich höheren Mieten und Nebenkosten rechnen.

Wer vor dem 1. März 1994 einen Mietvertrag abgeschlossen hat, der ist von steigenden Mieten und Betriebskosten demnächst besonders betroffen: Die Wiener Altbaumieter, welche noch die so genannte „Kategorienmiete“ zahlen, müssen ab September nächsten Jahres mit einem circa 5,5-prozentigen Mietanstieg und sechs Prozent höheren Betriebskosten rechnen. Eine Kategorienmiete ist dadurch definiert, dass, wenn die Inflation um fünf Prozent im Land steigt, die Miete verhältnismäßig angepasst wird.

Mieter mit neueren Mietverträgen sind von den Erhöhungen weniger stark getroffen, da ihre Mietverträge einem „Richtwert“ unterliegen: Hier werden die Mieten alle zwei Jahre um die Zweijahresinflation erhöht. Problematisch sieht die Mietvereinigung die Erhöhungen aber trotzdem, da so auch die allgemeine Teuerungsrate wieder ansteigen könnte. Jede Mieterhöhung zeichne sich im Verbraucherindex ab, mit dem wiederum die Inflation gemessen wird. Mit dieser würden dann auch die Mieten wieder steigen.

Schon seit vielen Jahren streiten sich die Mietvertreter auf der einen Seite und die Vermietervertreter auf der anderen Seite über die regelmäßige Anpassung der Mieten an die Teuerungsrate. Die Vertreter der Vermieter halten an einer Wertanpassung fest, da nur so Erhaltungsarbeit geleistet werden könnte.

Stärkster Anstieg für Wasser

Wassergebühren werden sich um 33 Prozent, Müll- und Abwasserentsorgung um sechs Prozent erhöhen. Als Ursache für die Erhöhung der Betriebskosten wird das neue Valorisierungsgesetz genannt, welches eine Erhöhung der Gebühren immer dann vorsieht, wenn die Teuerungsrate Mitte des Jahres mehr als drei Prozent betrug. Da die letzte Wassererhöhung im Jahr 1995 und die Abwassererhöhung im Jahr 2009 durchgeführt worden ist, fällt die derzeitige Erhöhung auch dementsprechend mächtig aus.

Für einen Wiener Haushalt mit 70 Quadratmetern hieße das, Rechnungen des Österreichischen Verbands für Immobilientreuhänder (ÖVI) zufolge, dass bei einer Erhöhung der Betriebskosten um mehr als 6 Prozent mit Mehrkosten von 116 Euro pro Jahr gerechnet werden müsse. Jährlich dürfen bei einer Vorschreibung für das Folgejahr die Betriebskosten nur um höchstens 10 Prozent angehoben werden. ÖVI-Geschäftsführer Anton Holzapfel stellt fest, dass die Hausverwaltung nicht erst auf die Betriebskostenabrechnung warten müsse, sondern bei absehbar höheren Kosten vorbeugend eine Anhebung durchführen kann.

 

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