Mieten

Büroflächen-Boom: In der Wiener-Innenstadt stehen viele Büroräume frei

von Elena Schefner am Donnerstag, 1. September 2011
Büroflächen in der Wiener Innenstadt
Die Wiener City hat derzeit viele Büroflächen im Angebot. Foto: Gert Schmidinger / PIXELIO

Das Angebot an Büroflächen in der Wiener City ist derzeit so hoch wie das letzte Mal vor zehn Jahren. Viele Betriebe und öffentliche Einrichtungen haben die Innenstadt verlassen und Platz gemacht für Modernisierungsmaßnahmen und Mietpreiserhöhungen.

Rund 70.000 Quadratmeter an Büroflächen werden momentan im ersten Bezirk Wiens zur Miete angeboten, genauso viele noch einmal im direkt angrenzenden Bezirk. Das ist laut EHL Immobilien ein erstaunlich großes Angebot, wenn man bedenkt, dass es im letzten Jahrzehnt sogar Zeiten gab, in denen in der Wiener Innenstadt kein einziges Objekt über 5.000 Quadratmeter zu haben war. Heute sieht es hingegen anders aus. Acht Objekte werden derzeit im ersten Bezirk angeboten, die eine Größenordnung von 3.000 bis 12.000 Quadratmeter aufweisen, im angrenzenden Bezirk stehen sogar Objekte frei, die eine Fläche von bis zu 40.000 Quadratmetern aufweisen. Experten gehen davon aus, dass rege Standortübersiedlungen in den nächsten zwei Jahren noch mehr Gewerbeflächen in der Innenstadt frei geben werden.

Warum die vielen Standortwechsel?

Viele Betriebe und vor allem auch staatliche Institutionen haben seit der Finanzmarktkrise 2008 begonnen, den Sinn ihrer Toplage in der Innenstadt zu überdenken. So macht es zum Beispiel für eine Verwaltungsbehörde keinen großen Unterschied, ob sie sich mitten in der Innenstadt befindet oder nicht. Und so geben viele Institutionen ihre Büros in den Hochpreislagen auf, um Kosten zu sparen, wie z. B. der Österreichische Gewerkschaftsbund seinen Sitz in der Biberstraße oder der Verfassungshof seine Räume in der Renngasse. Eine weitere Ursache für die zahlreichen Umzüge ist die Standortkonzentration, die viele aus der Innenstadt in die wirkungsvolleren Neubauten der anderen Bezirke treibt.

Trotz des steigenden Angebots, sind aber auch die Mietpreise von durchschnittlich 21 Euro auf 22 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Das sind zwar hohe Preise, im internationalen Vergleich schneiden sie jedoch dennoch ganz gut ab. Zusätzlich können beim Abschluss eines Mietvertrags individuelle Ausbauleistungen oder mietfreie Zeiten vereinbart werden, die die Innenstadt-Büros noch attraktiver machen. An der Nachfrage mangelt es jedenfalls nicht. Dank umfangreicher Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen erfüllen die Bürogebäude nun die neuesten technischen Standards, so dass sich schnell Nachmieter wie z. B. die Deutsche Bank einfinden. Die Bürospezialistin von EHL Alexandra Ehrenberger sieht auf jeden Fall noch großes Potenzial in der Wiener Innenstadt.

 

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