Mieten

Wien: Nachfrage nach Büroflächen geht zurück

von Silke Wellnitz am Mittwoch, 6. Juli 2011
Haase-Gebäude in Wien
Die Vermietung von Bürogebäuden in Wien blieb im ersten Halbjahr hinter den Erwartungen. Foto: Grey59 / PIXELIO

Große Enttäuschung in der österreichischen Hauptstadt: Die Anzahl der vermieteten Büroflächen ist zurückgegangen. Wie das Immobilienberatungsunternehmen EHL-Immobilien bestätigt, bleibt das Ergebnis 6,6 Prozent hinter dem Vorjahresergebnis und somit weit hinter den Erwartungen.

In Wien hatte man im Halbjahr 2011 mit einem Zuwachs an vermieteten Büroflächen gerechnet. Enttäuscht wird für die ersten sechs Monate dieses Jahres nun aber ein Rückgang von 91.000 Quadratmetern auf 85.000 Quadratmeter vermietete Fläche festgestellt, was einem Rückgang von 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr entspricht. Da wundert es nicht, dass österreichische Immobilien-Unternehmen sich eher ausländischen Aktivitäten zuwenden.
Der Rückgang wird vordergründig darin begründet, dass einige geplante Großvermietungen ins zweite Halbjahr verschoben wurden. Wie wenig aussagekräftig diese These eigentlich ist, zeigt die Prognose der EHL-Immobilien, die eine Vermietung von nur 210.000 Quadratmeter für dieses Jahr vorsieht, und damit insgesamt mit fünf Prozent weniger Vermietungen als im Vorjahr rechnet.

Zudem kann beobachtet werden, dass die Nachfrage nach hochwertigen Objekten steigt, während günstigere Büroflächen verschmäht werden. „Die Preissensitivität der potenziellen Mieter nimmt ab, es werden immer strengere Qualitätsmaßstäbe angesetzt“, so EHL-Bürospezialistin Alexandra Ehrenberger gegenüber dem Wirtschaftsblatt. Großen Wert wird zurzeit auf gute Verkehrsanbindung, Flächeneffizienz oder eine ökonomisch sinnvolle Kühl-und Heiztechnik gelegt. Auch Gebäude, die architektonisch aus der Masse herausstechen, werden gern gemietet.

Keine Entspannung auf dem Immobilienmarkt in Sicht

Für die nächsten zwei Jahre wird man wohl nicht mit einer Entspannung auf dem gewerblichen Mietmarkt rechnen: „Weil die Neuflächenproduktion auf ein Rekordtief von 180.000 Quadratmeter fällt und auch in den kommenden zwei Jahren nur wenige Objekte auf den Markt kommen, wird das derzeit noch recht große Angebot an modernen Neubauflächen zurückgehen und mittelfristig wieder zu einem leichten Anstieg der Durchschnittsmieten führen“, prognostiziert Ehrenberger. Dies gilt vermutlich vor allem für moderne Bürohäuser aus dem mittleren Preissegment mit gut durchdachter Energie- und Flächeneffizienz.

Daher überrascht es wenig, dass Österreichs Immobilien-Unternehmen sich aufs Ausland konzentrieren. Vor allem Investitionen in Berlin sind sehr beliebt. Wie das Ergebnis einer Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Bulwien Gesa bestätigt, bewerten 92 Prozent der Befragten vor allem das Investmentklima für Bestandsimmobilien dort als positiv und sehr positiv.

 

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