Mieten

Neue Initiative gegen Mietnomaden

von Katharina Block am Donnerstag, 16. Juni 2011
Besen orange
Ist ein Mietnomade weg, fängt meist das Putzen an. Foto: Ernst Rose / PIXELIO

Eine bekannte Wiener Hausverwaltung will zukünftig offensiv gegen Mietnomaden vorgehen und hofft, dass andere Hausverwaltungen und Hauseigentümer nachziehen werden.

Mietnomaden stellen für viele Vermieter ein großes Problem dar. Sie ziehen in Mietwohnungen ein, bezahlen die Miete nicht und ziehen weiter in das nächste Haus, bevor ein Räumungsurteil gegen sie vorliegt. Bis zum Erfolg einer Räumungsklage können bis zu zehn Monate vergehen. Für die Vermieter kommt es somit zu hohen Mietausfällen. Oftmals finden sie die von den Mietnomaden im letzten Moment verlassene Wohnung außerdem stark verschmutzt oder beschädigt vor und bleiben somit auf weiteren Kosten sitzen.

Jürgen Ruprechter, der Geschäftsführer der Onlinehausverwaltung & Immobilientreuhand GmbH berichtet, dass es bei zwei von Tausend Vermietern zu Mietausfällen kommt. Die ENW, die Wohnungen im Großraum Graz und in der Steiermark vermietet, spricht von fünfzehn Fällen pro Jahr, in denen es zu einer Wohnungsräumung kommt. Ein noch größeres Problem stellen Mietnomaden in Deutschland dar. Die deutsche Eigentümer-Schutzgemeinschaft Haus & Grund, schätzt die Zahl der Mietnomaden in Deutschland auf 15.000. Die anfallenden Rückstände würden sich auf 2,2 Milliarden Euro belaufen.

Zeugnis für zuverlässige Mieter

Die Rustler-Gruppe, eine Wiener Hausverwaltung, will zukünftig regelmäßig zahlende Mieter belohnen. Sie sollen ein „Zeugnis“ erhalten, in dem bestätigt wird, dass sie pünktlich zahlende, zuverlässige Mieter sind. Mieter, die sich nicht dem Wunsch der Hausverwaltung gemäß verhalten, werden diese Bestätigung nicht erhalten. Alle zwei Jahre sollen diese Bestätigungen der Hausverwaltung verschickt werden, als deren Vorbild der Geschäftsführer von Rustler, Martin Troger, gegenüber derStaandard.at eine ähnliche Vorgehensweise in Kanada nannte.

Kritiker dieser neuen Offensive weisen vor allem auf Datenschutz-Bedenken hin. Sie würden es eher begrüßen, wenn ein einheitliches Instrument gegen Mietnomaden im Einklang mit Verbraucher- und Konsumentenschützern entwickelt werden würde. Außerdem bleibe offen, wie die Kosten für dieses Verfahren an die Hausbesitzer oder Mieter weitergegeben werden. Es ist somit durchaus fraglich, ob diese Art der Belohnung zuverlässiger Mieter weitere Nachahmer finden wird.

 

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