Immobilienkauf

Wien braucht mehr Wohnungen

von Redaktion am Donnerstag, 18. Oktober 2012
Zwei Etagen obendrauf: Wie in Wien die Wohnungsprobleme gelöst werden könnten.
Zwei Etagen obendrauf: Wie in Wien die Wohnungsprobleme gelöst werden könnten. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Nach Ansicht der Wirtschaftskammer benötigt Österreich in den kommenden 25 Jahren zehn Prozent neue Wohnungen. Diese müssen nicht unbedingt in Neubauten entstehen.

Laut des Obmannes der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer müssen 800.000 zusätzliche Wohneinheiten entstehen, um den Bedarf an Wohnungen zu decken. 300.000 Einheiten würden dabei auf die Bundeshauptstadt entfallen. Doch gebe es hier nur etwa 90.000 Einheiten Reserve beim Bauland. Andere Ideen seien deshalb gefragt.

Der Vorschlag von Pisecky, den er bei der Präsentation einer Studie der Baustoff- und Immobilienwirtschaft machte, hört sich einfach an: Warum nicht einfach aufstocken? Auf die Wiener Zinshäuser könnte man gut noch zwei Stockwerke draufsetzen. Etwa 80 bis 85 Prozent der Gebäude aus der Gründerzeit seien nach seiner Schätzung ohne erheblichen zusätzlichen Aufwand dafür geeignet. Rund 30 Prozent der Gebäude befinden sich in den Händen gemeinnütziger Wohnungsbaugesellschaften, und die Gemeinde Wien selbst halte rund 220.000 Einheiten. Mit der Aufstockung könnte man also gut und gerne 100.000 Wohnungen schaffen. Und außerdem: Die Häuser haben auch Dächer, die sich noch ausbauen lassen.

Bei einer derartigen Maßnahme würde überhaupt kein Bauland benötigt und ein wichtiger Kostenfaktor wegfallen. Ein weiterer großer Vorteil sei auch die bereits vorhandene Infrastruktur. Verkehrsmittel, Schulen, Kindergärten, Ärzte, Krankenhäuser – alles sei in nächster Nähe bereits vorhanden und müsse nicht erst noch angesiedelt werden.

Vor allem kleinere Wohneinheiten seien in der Innenstadt gefragt. Bei Quadratmeterpreisen von 3.000 Euro könnten sich viele Bürger eine große Wohnung allerdings nicht leisten. Zwischen 50 und 65 Quadratmeter liegt der gefragteste Bereich, alles, was über 100 Quadratmeter hinaus geht und dann mehr als 300.000 Euro kostet, geht in die Richtung Luxus und finde deshalb weniger Interesse. Denn eines sei entscheidend, wenn die Menschen in der Innenstadt bleiben wollen: Der Wohnraum muss bezahlbar bleiben. Sie müssten sonst in das Umland ausweichen, und das würde wieder eine zusätzliche Verkehrsbelastung bedeuten, die sich niemand wünscht.

 

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