Immobilienkauf

Immobilien kaufen für Ausländer in Österreich: Welche Vorschriften gibt es?

von Silke Wellnitz am Freitag, 30. März 2012

Der Erwerb einer Wohnimmobilie ist in Österreich für Ausländer, formal gesehen, problemlos möglich. Doch immer wieder berichten ausländische Käufer von direkten Diskriminierungen und hohen bürokratischen Hindernissen. Vor allem in Tirol wurden die Hürden deutlich erhöht, mögliche Interessenten werden dabei bereits im Vorfelde abgeschreckt.

Auch wenn ein Immobilienerwerb durch Ausländer in Österreich prinzipiell möglich ist: Bisweilen kann es passieren, dass sich der Kauf von Hauseigentum für einen ausländischen Interessenten über Jahre erstrecken kann. In einigen bekannten Fällen erhielt der Käufer zum Beispiel erst nach 6 oder 8 Jahren die Bewilligung. Dabei werden von Behörden immer explizit kleine Punkte beanstandet, die die Bewilligung in vielen Fällen unangemessen behindere. Mittlerweile geben selbst Rechtsanwälte und Bankberater in Österreich offen zu, dass ein österreichischer Staatsbürger niemals solchen langen Bewilligungszeiten gegenüberstehen würde… Fakt ist jedoch auch, dass über 200.000 Deutsche derzeit ihren Haupt- oder Zweitwohnsitz nach Österreich verlagert haben.

Unterschiedliche Regelungen in den Bundesländern

Für den Erwerb von Hauseigentum muss man beachten, dass in den einzelnen Bezirken/Bundesländern sehr unterschiedliche Regelungen gelten. Hinzu kommen die weiteren vielfältigen Regeln für Baulandgrundverkehr (Wohnungen, Baugrundstücke) und dem grünen Landverkehr (Liegenschaften für Land- und Forstwirtschaft). Dabei sind im Westen des Landes die striktesten Vorschriften und auch Beschränkungen zu finden. Hierbei muss zunächst aufwendig geprüft werden, ob die gewünschte Wohnung (oder das Haus) überhaupt als Ferienimmobilie im Register aufgeführt ist. Das österreichische Verfassungsgericht hat erst kürzlich stark kritisiert, dass in Salzburg und Tirol vor allem Deutsche diskriminiert würden. Selbst Bankberater halten sich mit ihren Beratungen dezent zurück.

Formale Regeln problemlos

Nach formaler Regelung müsse der Käufer grundsätzlich nur angeben, dass er zum Beispiel bei einem Baugrundstück plane, dieses zeitnah zu bebauen. Ist das Grundstück bereits bebaut, reicht es aus, zu erklären, man wolle die Immobilien nicht als Ferienwohnung nutzen. Soweit zu der formalen Abwicklung. Tatsächlich ist es jedoch so, dass strenge (langjährige) Überprüfungen stattfinden.

Nach den generellen Vorschriften zum Immobilienerwerb sind EU-Bürger mit Österreichern gleichgestellt. Allerdings müssen EU-Bürger vor jedem Kauf die Zustimmung der zuständigen Behörde einholen. Erst wenn diese Genehmigung vorliegt, kann ein rechtskräftiger Eintrag im Grundbuchamt vorgenommen werden.

 


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