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Zurück in die Stadt: Einkaufscenter sollen nicht mehr auf die „grüne Wiese“

von Redaktion am Donnerstag, 13. Dezember 2012
Einkaufszentren auf der Wiese haben Innenstädte veröden lassen
Einkaufszentren auf der Wiese haben Innenstädte veröden lassen. Foto: La-Liana / PIXELIO

Die Einkaufszentren auf der „grünen Wiese“ haben komplette Innenstädte veröden lassen. Dies soll sich nun wieder ändern.

Einkaufszentren außerhalb der Wohngebiete haben den Vorteil, dass genug Platz vorhanden ist – mit dem Preis, dass die Stadtkerne zerstört werden. Das zeigt das Beispiel Wolfsberg in Kärnten: Hier wurde in den siebziger Jahren eine Umfahrungsstraße gebaut, an denen ab etwa 1980 Geschäfte, Tankstellen und Diskotheken entstanden. Der Plan: Die Straßen werden vom Bund gebaut, während die Gemeinde von den Steuereinnahmen der Läden profitiert. Im Laufe der Zeit mussten jedoch immer mehr Geschäfte in der Innenstadt von Wolfsberg schließen und in der Konsequenz entschieden sich immer mehr Bewohner dazu, die Stadt mit ihren leblosen Straßen zu verlassen. Das Stadtbild erinnert jetzt an einen Donut – mit Wohngebieten und Shoppingzentren am ehemaligen Stadtrand und Leerstand in der Mitte.

Das Phänomen findet sich auch an anderen Orten: Im Norden Wiens wurde in diesem Jahr das G3-Shopping Center eröffnet, das Platz für 140 Geschäfte mit insgesamt 60.000 Quadratmeter Verkaufsfläche bietet sowie hunderte Parkplätze. Das als „Wohlfühlresort“ beworbene Areal führte jedoch nicht nur zu zahlreichen Staus auf den Straßen dorthin, sondern trug außerdem dazu bei, dass noch in der Woche der Eröffnung die Filiale einer großen Textilhandelskette im Wiener Stadtgebiet schließen musste.

In anderen Städten wird hingegen strategisch sinnvoller geplant. So errichtete man etwa in Leoben ein Einkaufszentrum unmittelbar hinter den prächtigen Stadthäusern am Hauptplatz. Auf diese Weise werden die täglichen Verkehrsströme vermieden und am Hauptplatz der Stadt stehen heute keine Geschäftslokale leer. Das wurde belohnt: Im Ranking der Einkaufsstädte Österreichs erreichte Leoben im Jahr 2011 Platz neun. Roland Gruber, Initiator der „Leerstandskonferenz“, die heuer im Oktober zum zweiten Mal im steirischen Eisenerz stattfand, arbeitet mit seinem Architekturbüro „Nonconform“ an den Problemzonen heimischer Gemeinden und verweist diesbezüglich im Gespräch mit der Zeitung „Die Presse“ auf Deutschland. Dort hätten Siedlungen „klar umrissene Strukturen“ – modernes Shopping müsse nicht direkt mit ausufernden Einkaufszentren gleichgesetzt werden.

 

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