Gewerbeimmobilien

Leerstand vermeiden: So können alte Büros neu belebt werden

von Silke Wellnitz am Montag, 2. Januar 2012
Leerstehendes Büro
Büroleerstand ist ein ernstes Problem für Vermieter. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Alte Büroimmobilien haben es schwer. Wegen der schlechten Infrastruktur ziehen sie kaum noch Interessenten an. Die Konkurrenz durch neu errichtete Objekte ist groß und so muss eine andere Lösung gefunden werden, welche die Gebäude am Leben erhält und vor dauerhaftem Leerstand bewahrt.

Ein – und oftmals sogar der einzige – Weg aus diesem Dilemma ist die Umnutzung. Ein schönes Beispiel präsentiert sich derzeit im „Heller-Park“ im zehnten Wiener Bezirk. Früher liefen hier die Bänder der Firma Heller, seit dem Herbst sind im ehemaligen Bürogebäude moderne Wohnungen zum Bezug frei. Lohnt es sich aber immer, eine Umnutzung von einem Büro- in ein Wohngebäude durchzuführen? Diese Frage wurde unlängst auf der Expo Real in München in einer Expertenrunde diskutiert.

Nach Ansicht von Michael Denkel, Stadtplaner und Partner im Architekturbüro Albert Speer, ist eine Umnutzung stets lohnenswert. Er äußerte gegenüber dem Wirtschaftsblatt: „Eine Stadt ist nie fertig gebaut. Das ist ein fortlaufender Prozess, der sich in den letzten Jahren beschleunigt hat. Die Nutzungsdauer von Gebäuden verkürzt sich.“ Denkel sieht ein deutliches Mehrangebot an Büroräumen gegenüber Wohnungen. Seiner Meinung nach sollte man Arbeit und Wohnen nicht trennen. Können Wohn- und Arbeitsort zusammengerückt werden, ist weniger Mobilität erforderlich. Das ist für jede Stadt ein Gewinn. Tobias Sauerbier von der IFM Immobilien AG in Frankfurt/Main beschränkt den Bedarf an Umnutzungen nicht nur auf Wirtschaftszentren. Er geht davon aus, dass dieser ebenfalls in Stadtteillagen gegeben ist.

Ein beispielhaftes Projekt ist die Bürostadt Niederrhein. Sie erfährt derzeit eine Wiederbelebung in großem Umfang. Auch Michael Wolschon als Niederlassungsleiter der IVG Asset Management GmbH kann ein Beispiel nennen. Er hat selbst eine Immobilie aus dem Jahre 1967 im Bestand. Mieter sind keine mehr vorhanden daher war Handlungsbedarf gegeben. Zwölf Experten, angefangen vom Architekten bis hin zum Landschaftsplaner, wurden zu einer Diskussionsrunde geladen, um den zukünftigen Trend festzustellen. Selbst als Mieter in Frage kommende Unternehmen fragte man nach ihren Bedürfnissen. Ohne Analyse, was die Nutzer wünschen, geht es nicht. Flexibilität ist die größte Herausforderung für die Entwickler. Eine Mischung muss nicht um jeden Preis erreicht werden, sie erweist sich aber oft als stabiler. Eine Faustformel, wie mit einem Bürogebäude verfahren werden sollte, gibt es laut Wolschon nicht. Es ist alles denkbare möglich. Wichtig ist nur, dass die Immobilie im öffentlichen Blickfeld gehalten wird.

 

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