Energie

Wien: Bürgersolarkraftwerk startet

von Redaktion am Donnerstag, 7. Juni 2012
Solarenergie Solarmodul
Bürgersolarkraftwerk in Wien: Nächste Auflage gestartet. Foto: TR / PIXELIO

Das erste Bürgersolarkraftwerk in Wien-Donaustadt ist ans Netz gegangen – jeder Wiener konnte sich mit 475 Euro an der Solaranlage beteiligen. Drei weitere Kraftwerke im Bürgermodell sind noch in diesem Jahr geplant.

Strom aus der Kraft der Sonne: Im ersten Bürgersolarkraftwerk haben sich über 660 Wiener einen Platz an der Sonne in Form von Solarpanelen erkauft. Die Anlage befindet sich auf dem Gelände des Wien Energie-Kraftwerks Donaustadt und soll künftig Strom für 200 Haushalte liefern. „Wien Energie“ mietet dabei die Paneele von den Eigentümern zurück und zahlt eine jährliche Rendite von 3,1 Prozent. Das Konzept findet durchaus Anklang, wohl auch angesichts sinkender Sparbuchzinsen: Innerhalb von 24 Stunden war Kraftwerk Nummer drei ausverkauft, so berichtete ein Wien Energie-Sprecher dem ORF. Das erste Kraftwerk ginge binnen 36 Stunden weg, das zweite innerhalb von sechs Tagen. Für die vierte Anlage waren am Freitagvormittag laut Angaben des ORF noch rund 380 Module erhältlich. Ein zweites Bürgersolarkraftwerk soll bereits im Sommer dieses Jahres in der Leopoldau in Betrieb gehen und auch Nummer drei und vier sind geplant – vermutlich in Liesing und im Bezirk Landstraße.

Im Detail funktioniert das Modell Bürgersolarkraftwerk wie folgt: Bürger können bei der Wien Energie Photovoltaik-Module eines Kraftwerks erwerben, ein halbes Paneel kostet dabei 475 Euro, ein ganzes ist für 950 Euro zu haben. Jeder kann maximal zehn Module erstehen. Die Wien Energie mietet diese Paneele von den Eigentümern zurück und zahlt dafür eine jährliche Miete. Zudem ist das Unternehmen für die Errichtung und die Instandsetzung der Anlagen zuständig und betreibt diese. Nach eigenen Angaben von Wien Energie besteht jede Anlage aus 2.100 Photovoltaik-Modulen, hat eine Leistung von 500 Kilowattpeak (kWp) und produziert Strom für 200 Haushalte. Die Investoren erhalten eine jährliche Rendite von 3,1 Prozent. Nach Ablauf der Lebensdauer der Anlage, die etwa 25 Jahre betragen soll, kauft die Wien Energie die Photovoltaik-Module zurück und der Beteiligungsbetrag fließt vollständig an die Investoren zurück. Für die Umwelt soll die Umsetzung eine jährliche Einsparung von rund 800 Tonnen CO2 bedeuten – die Menge an Kohlendioxid, die ein durchschnittlicher PKW auf einer Strecke von fünf Millionen Kilometern emittiert beziehungsweise wenn er 125 Mal um die Erde fährt.

 

Dieser Beitrag wurde unter Energie abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.