Energie

Forschung: Energiebilanz von Häusern verbessern

von Redaktion am Montag, 10. September 2012
Sanierung: Energiebilanz von Wohngebäuden soll verbessert werden.
Sanierung: Energiebilanz von Wohngebäuden soll verbessert werden. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Die Technische Universität Wien hat die Federführung bei einem EU-Projekt übernommen, das neue Ideen für umweltfreundlichere Gebäude finden soll. Dabei geht es nicht nur um Richtlinien für Neubauten. Auch ältere Gebäude sollten zum Niedrigst-Energie-Haus ertüchtigt werden können, wie jüngst Lukas Kranzl von der TU-Gruppe „Energy Economics Group“ erklärte. Hier sei sogar das größere Potenzial vorhanden.

Ziel des Projektes ist es, dass alle neu erstellten Gebäude nach einer Übergangsfrist von etwa acht Jahren diesem neuen Standard genügen müssen. Doch fehlen heute noch die konkreten Regeln, wie dies erreicht werden kann. Sie sollen im Rahmen des Projektes erarbeitet werden.

Die Forscher gehen jedoch noch einen Schritt weiter und kümmern sich auch um die Verbesserung der Energiebilanz bei bereits bestehenden Gebäuden. Hier scheint sich die Politik damit zufriedenzugeben, eine möglichst hohe Sanierungsrate bei Altbauten zu erreichen. Das sei aber nicht entscheidend, meint Kranzl. Wichtiger sei die Qualität der Sanierung. Mit etwas mehr Geld bei der Sanierung könnte man dem Ziel des Niedrigst-Energie-Hauses deutlich näher kommen. Auch dafür will das Projekt die wissenschaftliche Grundlage liefern. Jeder, der ein Gebäude nach dem neuesten Stand der Technik sanieren möchte, soll sich an diesen Regeln orientieren können.

Den Schwerpunkt sehen die Forscher in der Frage, wie sich Regulierungsmaßnahmen in der Praxis auswirken. Sie schätzen zunächst die thermische und energetische Qualität der vorhandenen Bausubstanz ab und spielen dann verschiedene Szenarien durch, wie sich gesetzliche Regelungen auswirken können.

Dabei müssen sie von international sehr unterschiedlichen Gegebenheiten ausgehen. Während im deutschsprachigen Raum das Passiv-Haus bereits zu den echten Alternativen beim Neubau gehört, ist es in anderen Ländern noch kaum zu finden. Deshalb wollen die Forscher unterschiedliche, an die Gegebenheiten in den Ländern angepasste Strategien ausarbeiten.

Neun Forschungsinstitute aus verschiedenen EU-Staaten beteiligen sich an dem Projekt. Das erleichtert es, die regionalen Gesichtspunkte jeweils optimal zu berücksichtigen.

 

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