Energie

Smart-Meter-Verordnung endgültig erlassen

von admin am Montag, 11. Juni 2012
Smart Meter
Verordnung erlassen: Smart-Meter werden endgültig endgültig eingeführt. Foto: EVB Energie AG / wikimedia / cc-by-sa 3.0

Das Wirtschaftsministerium hat die lang erwartete neue Smart-Meter-Verordnung zur Einführung der umstrittenen „intelligenten Stromzähler“ bis 2019 erlassen. Die Mietervereinigung steht der Verordnung kritisch gegenüber.

In einer Presseaussendung hat Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner in Abstimmung mit Konsumentenschutzminister Rudolf Hundstorfer verkündet, dass die lang erwartete Einführungsverordnung für intelligente Stromzähler erlassen worden sei. Der Umsetzungszeitraum wurde bis 2019 ausgedehnt, weitere flankierende gesetzliche Regelungen zur Datensicherheit und Datenschutz sind in Ausarbeitung. Mit der neuen Verordnung würden nun die Rahmenbedingungen für die Einführung von intelligenten Stromzählern in Österreich festgelegt werden. „Mehr Transparenz schärft das Kosten-Bewusstsein, erleichtert den Konsumenten das Stromsparen und kurbelt den Wettbewerb durch einfacheren Lieferantenwechsel an“, betonte Mitterlehner gegenüber der Presse. „Smart Meters leisten auch einen maßgeblichen Beitrag zur Energieeffizienz, dem Schlüssel für das Erreichen der EU-Energieziele“.

Hundstorfer erklärt weiterhin, die neue Smart-Meter-Verordnung gebe den Unternehmen Klarheit zu den Vorgaben für Investitionen. Zudem seien Smart Meter und die entsprechenden Netze notwendig, um den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voranzutreiben. Mit der Verordnung reagiert Österreich auf eine entsprechende Vorgabe der EU. Österreich setzt diese in einem Stufenplan um, der für die Netzbetreiber zunächst einen Einführungsgrad von zehn Prozent bis Ende 2015 und 70 Prozent bis Ende 2017 verpflichtend vorsieht. Bis Ende 2019 sollen es mindestens 95 Prozent sein. Dieses Vorgehen basiert auf einer Kosten-Nutzen-Analyse von PricewaterhouseCoopers (PwC), wonach ein möglichst kurzer Einführungszeitraum kombiniert mit einer möglichst hohen Flächenabdeckung aus volkswirtschaftlicher Sicht die größten Vorteile bringt. Der volkswirtschaftliche Gesamtnutzen liegt berechnet über einen Zeitraum von 15 Jahren bei insgesamt 3,6 Milliarden Euro, womit die Aufwendungen um 400 Millionen Euro übertroffen werden. Zudem werden nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 6.000 Arbeitsplätze geschaffen.

Kritik an der Verordnung äußerte Georg Niedermühlbichler, Präsident der Mietervereinigung: Es sei „unerfreulich, dass die geforderte Wahlfreiheit der KundInnen auf der Strecke geblieben ist“. Aus einem Recht der Verbraucher werde so eine Förderung der Zählerindustrie – ob dies den Wettbewerb tatsächlich ankurbelt, sei fraglich. Smart Meter sind Niedermühlbichlers Ansicht nach weder für die Energiewende Richtung Smart Grids notwendig, ebenso glaubt er, dass der Austausch alleine zu Energieeinsparungen führen wird. Und auch die vom Wirtschaftsministerium angekündigten volkswirtschaftlich positiven Effekte sieht er skeptisch. Zwar würden neue Arbeitsplätze geschaffen, durch die Automatisierung jedoch auch abgebaut.

 

Dieser Beitrag wurde unter Energie abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentare sind geschlossen.