Energie

Smart Meter: Kein Rückhalt bei Verbrauchern

von admin am Donnerstag, 19. April 2012
Smart-Meter
Smart-Meter: Verbraucher sind weiterhin skeptisch. Foto: EVB Energie AG / wikimedia / cc-by-sa 3.0

Das EU Recht sieht vor, dass intelligente Stromzähler genutzt werden sollen. Das österreichische Wirtschaftsministerium will diesem Verlangen nachkommen und erwartet, dass bis 2018 95 Prozent aller bisherigen Stromzähler durch intelligente Stromzähler, den sogenannten Smart Meter, ersetzt werden. Sowohl Mietervereinigungen, wie auch Arbeiterkammern und sogar die Energieversorger selbst setzen sich dagegen zur Wehr.

Ziel der intelligenten Stromzähler ist es, den Stromverbrauch genau zu messen und auch zu erfahren, wann wer wie viel Strom verbraucht. Dadurch sollen die Energieversorger neue Tarife entwickeln können, die dem Verbraucher Geld sparen sollen. Das Einsparpotenzial liegt bei geschätzten neun bis 42 Euro pro Jahr und Haushalt.

Die Kosten für die Umstellung des Systems liegen bei zwei Milliarden Euro, das entspricht 360 Euro pro Haushalt. Hinzu kommen Betriebskosten in Höhe von 60 bis 240 Euro pro Jahr. Damit stehen die finanziellen Mehrbelastungen in keinem Verhältnis zum Nutzen des Systems.

Datenschutz und Datenübertragung sind nicht gewährleistet

Die Smart Meters sollen viertelstündlich die Daten an den Energieversorger weiter leiten – das entspricht alleine in der österreichischen Hauptstadt einer Zahl von 180 Millionen Datensätzen täglich. Bisher sind es 1,5 Millionen Datensätze jährlich. Noch dazu ist bisher ungeklärt, wie es um den Datenschutz bestellt ist. Die Smart Meter sind anfällig für Hackerangriffe, so dass Hacker ihren Stromverbrauch auf einen anderen Zähler umleiten können. Die Fernabschaltung soll ebenfalls möglich sein und das öffnet Hackern Tür und Tor, die Energieversorger zu erpressen.

Noch dazu entsteht durch die Smart Meter der gläserne Bürger, denn es könnte damit jederzeit nachvollzogen werden, wer wann zu Hause ist und gerade welchen Strom verbraucht. Sparsame Mieter müssen demzufolge um ihre Wohnungen bangen, denn in Österreich ist die Nichtnutzung einer Wohnung ein Kündigungsgrund. Ist der Verbrauch also zu gering, können Vermieter dies zum Anlass nehmen, um unliebsame Mieter loszuwerden. Der Mieter steht dann in der Beweispflicht. Die Mietervereinigung Österreich ruft deshalb auf ihren Internetseiten zu einer Unterschriftenaktion gegen die Smart Meter auf.

 

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