Bauen

Neue Stadthäuser für Wien: Vermischung von Moderne und Gründerzeit

von Redaktion am Montag, 1. April 2013
Projekt "Neues Stadthaus"
Neubauten in Wien sollen, wie hier in einem Entwurf deutlich wird, dem Konzept "Neues Stadthaus" angepasst werden. Foto: Büro Fluxt

Die Zukunft der Wiener Baubranche liegt in der Kombination der städtebaulichen Anforderungen der Moderne mit den seit Jahrhunderten bewährten Qualitäten der Gründerzeitbauten. Das Baukonzept „Neues Stadthaus“ beweist dies und gilt bereits als Vorbild für ein Projekt im 10. Wiener Bezirk.

In Architektenkreisen ist es schon lange kein Geheimnis mehr, dass eine flexible Gestaltung des Grundrisses die spätere Nutzung für einen anderen Zweck enorm erleichtert. Nun hat sich auch die Wissenschaft damit auseinandergesetzt und ein neues Konzept mit dem Titel „Das neue Stadthaus“ aufgestellt. Das Forschungsprojekt, an welchem unter anderem die TU Wien beteiligt war, wurde von der Technologieagentur der Stadt Wien (ZIT) gefördert.

Als Ausgangsbasis des Projekts dienen die Wiener Zinshäuser, die in der Gründerzeit errichtet wurden und die idealen Voraussetzungen für die Verwirklichung des Konzepts mitbringen. Dazu zählen beispielsweise die hohen Räume und die flexiblen Raummodelle, die vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten. Durch diese Nutzungsoffenheit wird die Entstehung monofunktionaler Gebäude verhindert, was einer späteren Umwandlung der Räume entgegenkommt.

Moderne Technik und eine längst vergangene Bauweise in einem Haus vereint

Laut Erich Raith, Professor für den Fachbereich Städtebau an der TU , bringen die in der Gründerzeit entstandenen Altstädte die besten städtebaulichen Anforderungen mit, denn sie lassen sich hervorragend mit neuen Technologien vereinen, wie es das Konzept „Neue Stadthaus“ zeigt. Der Eingang soll großzügig gehalten und äußerst repräsentativ gestaltet sein und im Erdgeschoß sollen die drei beziehungsweise fast fünf Meter hohen Räume in ein helles Treppenhaus umgewandelt werden. Durch den Einbau einer simplen und flexiblen Haustechnik bringen die Häuser zudem die Vorzüge eines Passivhauses mit. Außerdem sollen die Gebäude in einer Fertigteilbauweise errichtet werden, damit die unterschiedlichen Raumkonzepte einfacherer und flexibler angepasst werden können.

„Das Neue Stadthaus“ als Vorbild für künftige Bauvorhaben

Realisiert wurde das Projekt von der ifa AG, die ihren Sitz in Linz hat. Die nunmehr wissenschaftlich belegten und offiziell anerkannten Erkenntnisse wurden vom AG –Vorstand begrüßt, da nun noch besser geplant werden könne. Bekanntheitsgrad erlangte das Unternehmen hauptsächlich wegen seiner Bauherrenmodelle. Es kündigte nun an, sich bei allen künftigen Bauprojekten an die Grundsätze des „Neuen Stadthauses“ zu halten. Aktuell entsteht bereits im 10. Bezirk ein Probeobjekt.

 

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