Bauen

Wie geht es mit dem Bausparen in Österreich weiter?

von admin am Donnerstag, 1. März 2012
Bausparverträge Österreich
Kürzung bei Bausparverträgen werden weiterhin diskutiert. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Die berühmte Formulierung vom „Felix Austria“, dem glücklichen Österreich, kann derzeit nicht auf Bausparer angewendet werden. Im Rahmen einer Reform der Bausparprämien plant die derzeitige Regierung erhebliche Einschnitte.

Bereits ab April 2012 und nicht – wie ursprünglich anberaumt – ab 2013 soll die staatliche Förderung der Prämien halbiert werden. Nach Angaben des Finanzministeriums handelt es sich hierbei jedoch um einen „Diskussionsstand“ und noch nicht um eine Entscheidung. Nichtsdestotrotz ist mit einer drastischen Reduzierung zu rechnen, die landesweit mehr als 5,5 Millionen Menschen betrifft.

Im Rahmen eines Sparpakets könnte die staatliche Bausparprämie in Österreich von derzeit drei auf 1,5 Prozent fallen. In absoluten Zahlen ausgedrückt, entspricht dies einer Reduzierung von bislang maximal 36 Euro auf nunmehr 18 Euro im Jahr. Um direkt die gewünschten Spareffekte zu verbuchen, könnten die Zuschüsse im Jahr 2012 nur noch im ersten Quartal in voller Höhe fließen, was unter dem Strich zu einem Übergangswert von 1,875 Prozent führen würde.

Sparzwang führt zur Kürzung

Die Pläne der Regierung werden mit dem geltenden Sparzwang begründet, was jedoch seitens der Bausparkassen zu heftiger Kritik führte. Befürchtet wird vor allem eine Reduzierung der gemachten Einlagen und ein Wegbrechen der Renditen. Ein Szenario geht dabei sogar von einem Verlustgeschäft der Regierung aus, da die eingesparten Förderbeiträge zu einem Rückgang der Darlehen führt. Indem weniger Investitionen vorgenommen werden, könnten gleichzeitig auch die Einnahmen aus der Umsatzsteuer sinken.

Diese Befürchtungen werden auch dadurch genährt, dass Bausparverträge, die zwischen 2010 und 2012 abgeschlossen wurden, ohne Verlust der Prämie gekündigt werden können, wovon eine Reihe von Bausparer Gebrauch machen werden. Seitens der Banken und Bausparkassen wird bereits jetzt fieberhaft nach Möglichkeiten gesucht, um die Sparer zu halten und mit neuen Tarifen und attraktiven Zinssätzen zu binden. Die aktuelle Rendite im Bausparbereich ist vor Abzug der Kapitalertragssteuer mit effektiven Zinswerten zwischen 1,86 und 1,99 Prozent ohnehin nicht mehr so attraktiv wie noch vor einigen Jahren.

Die staatliche Maßnahme führt nach Ansicht einige Experten zu einem Absinken auf nunmehr 1,2 Prozent p.a., wodurch selbst ein Sparbuch lukrativer ausfallen könnte. Zudem wird kritisiert, dass die staatliche Kürzungsmaßnahme unbefristet erfolgen soll. Damit werden Produkte aus dem Bereich Zukunftsvorsorge bevorzugt, die zwischen 2013 und 2016 nur noch mit 4,25 Prozent Zukunftsvorsorge-Förderung versehen werden. Danach soll wieder der derzeitige Wert von 8,5 Prozent bzw. maximal 85 Euro erreicht werden. Ob
sich eine vergleichbare Regelung auch beim Bausparen erzielen lässt, bleibt indes abzuwarten.

 

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