Bauen, Nachhaltigkeit

Wien: 18. Passivhaus-Wohnlage übergeben

von admin am Montag, 5. Dezember 2011
Passivhaus Wien
Neue Passivhäuser in Wien übergeben. Grafik: © WBV-GPA / Wimmer

Am 2. November 2011 fand im Wiener Ortsteil Favoriten die Übergabe der bereits 18. Passivhaus-Wohnanlage statt. Die Anlage steht in der Pernerstorfergasse und besteht aus 108 Wohneinheiten mit zwei bis fünf Zimmern. Alle verfügen über Balkon, Loggia oder Terrasse. Die Wohnanlage wurde mit Fördermitteln errichtet. Etwa sechs Millionen Euro wurden dafür von der Stadt aufgebracht.

Insgesamt verschlang das Projekt, dessen Planung in den Händen des Architekten Alfred Wimmer lag, 16 Millionen Euro an Baukosten. Die Mietpreise beginnen bei 7,15 Euro pro Quadratmeter, enthalten bereits die Betriebskosten und die Umsatzsteuer. Die Eigenmittel der Wohnungen belaufen sich auf circa 464 Euro pro Quadratmeter. Das Haus hat einen Heizwärmebedarf von 5,11 kWh/qm/Jahr.

Mit Eröffnung dieser Wohnanlage gibt es nunmehr in Wien mehr als 1.500 Wohnungen im Passivhausstandard, die gefördert wurden. Mehr als 54 Millionen Euro steckte die Stadt in die Förderung solcher Projekt – was aber noch lange nicht das Ende der Fahnenstange sein soll. Förderungen in Höhe von 140 Millionen Euro sind für etwa 20 neue Passivhäuser in der nahen Zukunft vorgesehen, es sollen rund 2.500 neue Wohnungen entstehen. Zum Teil befinden sich die Projekte bereits in der Ausführung, andere stehen kurz vor dem Baubeginn.

Aber nicht nur die Umweltbilanz in Form von einer positiven Energieeffizienz ist den Stadtherren wichtig, auch die Erhaltung der Tierwelt spielt eine Rolle. Ein erwähnenswertes Beispiel ist die Wohnanlage Wien-Floridsdorf. Hier sollen in den nächsten Jahren 950 Wohnungen gleich hinter dem Heeresspital entstehen. Der Bauträgerwettbewerb wurde in diesem Zusammenhang um die Erhaltung von geschützten Tierarten wie das Europäische Ziesel oder dem Feldhamster erweitert. Um das Bauvorhaben zu verwirklichen, ist ein naturschutzrechtliches Verfahren in Zusammenarbeit mit entsprechenden ExpertInnen vorgesehen. Die Tierpopulation soll in vollem Umfang erhalten und das Projekt trotzdem realisiert werden. Die Erreichung des Ziels unterliegt ferner dem Schutzsystem nach der EU-FFH-Richtlinie. Nach ihr ist die Beschädigung oder die Vernichtung von Ruhe- und Fortpflanzungsstätten bedrohter Arten unzulässig.

 

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