Bauen

Häuslbauer: Vier von zehn packen selbst mit an

von Elena Schefner am Donnerstag, 22. September 2011
Beim Häuslbau wird auf die Kosten geachtet
Um Kosten zu sparen, arbeiten viele künftige Eigentümer beim Häuslbau mit. Foto: Thorben Wengert / PIXELIO

Beim Häuslbauen wird zunehmend gespart. Wie eine Studie des Linzer Imas-Instituts herausfand, errichten 39 Prozent der oberösterreichischen Häuslbauer den Rohbau mit Unterstützung von ihren Verwandten und Freunden selbst.

Der Trend beim Häuslbau geht zum Sparen. Um auf zusätzliche Kosten zu verzichten, bringen vier von zehn der künftigen Eigenheimbesitzer – und damit ganze 39 Prozent – viel Eigenleistung in den Bau ein. Das ergab eine Studie des Linzer Imas-Institutes im Auftrag von Fertighaus-Wimberger in Lasberg. Befragt wurden dabei rund 275 Häuslbauer im ganzen Land.

Dass gespart wird, zeigt sich auch an anderen Faktoren. So verzichten viele beispielsweise auf einen Keller, um den stolzen Preis von 40.000 bis 50.000 Euro einzusparen. Außerdem werden aus Kostengründen lieber Carports statt Garagen errichtet. Weiterhin zeigen sich die Sparerwägungen auch in der Wahl der Baulage. Weil die Preise für Grundstücke in zentraler Lage enorm angestiegen sind, werden Einfamilienhäuser vermehrt in den Speckgürteln um die Ballungsräume herum gebaut. Neben dem Kostenfaktor, spielt auch die Tatsache, ob es in der Nähe Arbeit gibt oder nicht, eine große Rolle bei der Entscheidung für das Baugrundstück, so Franz Wimberger, Gründer des Familienunternehmens Fertighaus-Wimberger.

Eine besonders beliebte Baulage ist heuer das Linz-Land, welches laut dem diesjährigen Baubericht der baustärkste Bezirk Oberösterreichs ist. Danach folgen Vöcklabruck, Braunau, Urfahr-Umgebung und Wels-Land. Wimberger hat den Spartrend erkannt und bietet deshalb in den beliebten Baugegenden neben Komplettpaketen mit Grund und Boden ab 250.000 Euro auch schon kostengünstigere, schlüsselfertige Häuser ab 140.000 Euro an.

Bauleistung geht in der gesamten Branche zurück

Obwohl laut Statistik der Bauproduktionswert in der Zeit von Jänner bis Ende Mai 2011 um 1,9 auf 4,7 Milliarden Euro gestiegen ist, hat sich die Bauleistung der gesamten Branche verringert und auch die Investitionsbereitschaft der potenziellen Häuslbauer ist geringer geworden. 2011 wurden nämlich 2.500 Einfamilienhäuser weniger gebaut als noch im Jahr 2009. Genauso sieht der Trend in Oberösterreich aus. Im Jahr 2010 wurden 13 Prozent weniger Häuser gebaut als im Vorjahr.

Neben dem Hang zum günstigen Bauen ist außerdem die Qualität für die Häuslbauer wichtiger geworden, dicht gefolgt von einer individuellen Note für das Haus und einer guten Wärmedämmung. Bei einer so großen Investition werden keine Kompromisse mehr gemacht, meint Norbert Königsecker, Prokurist bei Wimberger. Das Unternehmen erwirtschaftete im laufenden Geschäftsjahr übrigens bereits 28,2 Millionen.

 

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