Bauen

Kopie von Hallstatt soll in China entstehen

von Katharina Block am Freitag, 17. Juni 2011
Hallstatt
Kopie von Hallstatt soll in Südchina entstehen. Foto: Lutz Gemthal / PIXELIO

In China wird der detailgetreue Nachbau eines Teiles des Kulturerbe Ortes Hallstatt im oberösterreichischen Salzkammergut geplant. Während einige dies als Chance für den Tourismus sehen, reagieren andere besorgt und verärgert.

In der südchinesischen Provinz Guangdong soll ein Teil des oberösterreichischen Weltkulturerbe Ortes Hallstatt für ein Wohnprojekt nachgebaut werden. Zu den für diesen Nachbau geplanten Gebäuden zählt das Hotel „Grüner Baum“, die evangelische Kirche, der Marktplatz einschließlich der an ihm stehenden Häuser, die Dreifaltigkeitssäule, der Badergraben und auch der See des Ortes. Rund um diese Hallstatt-Kopie sollen dann luxuriöse Ein- und Mehrfamilienhäuser entstehen.

Pamela Binder, die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Dachstein-Salzkammergut, bezeichnete dieses Projekt als Geschenk. Es stelle eine sehr gute Werbung für Hallstadt am chinesischen Markt dar. Jedes Jahr besuchen tausende chinesische Touristen Hallstadt. Sie seien daher wichtig für den Tourismus im Ort. Bedenken geäußert haben dagegen sowohl der evangelische als auch der katholische Pfarrer in Hinsicht auf die Kopie der Kirche. Das kopierte Gotteshaus müsse dann zumindest als Ort des Gebetes erklärt werden.

Bürgermeister sieht dem chinesischen Projekt mit Optimismus entgegen

Der Bürgermeister, Alexander Scheutz, erklärte, dass asiatische Architekten sich den Ort in den vergangen Monaten genau angesehen hätten. Er sei aber sehr überrascht, dass die Pläne bereits detailgetreu ausgearbeitet und weit fortgeschritten sind. Viele Einwohner seien nicht gerade darüber amüsiert, dass dies hinter ihrem Rücken geschah. Darüber möchte er auch mit einer Abordnung aus China im Juli sprechen. Die anfängliche Empörung des Bürgermeisters Scheutz ist hingegen mittlerweile einer positiven Grundstimmung gewichen. Insgesamt sehe er den Nachbau als Tourismusmotor für Hallstatt.
Auch im EU-Parlament wurde die Hallstatt-Kopie bereits diskutiert. Sie intensiviert außerdem weiterhin die Debatte um grundsätzliche Fragen zu chinesischen Nachahmerprodukten.

 

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