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Mietentwicklung in Wien immer problematischer

von Redaktion am Montag, 25. Februar 2013
Die Mietpreisentwicklung in Wien wird immer problematischer.
Die Mietpreisentwicklung in Wien wird immer problematischer. Foto: Rainer Sturm / PIXELIO

Seit 2008 sind die Mietpreise rasant gestiegen. Grund ist nach Ansicht von Experten die Finanzkrise, die einen wahren Immobilienboom auslöste. Selbst bei Objekten, die eigentlich dem Richtwert unterliegen, wird kräftig zugelangt. Zulässig ist dieses Vorgehen nicht.

Die Richtwertmieten werden von vielen Vermietern eisern ignoriert, obwohl sie bei Objekten, deren Errichtung vor 1945 liegt, in einem Großteil der Fälle eingehalten werden muss. Bisher war das aber nur für wenige Mieter ein Grund, das Gericht oder die Schlichtungsstelle anzurufen. Seit 2008 aber kommt es wegen des rasanten Anstiegs der Mietpreise immer häufiger dazu. Die eingehendere Beschäftigung mit dem Mietvertrag kann nur empfohlen werden, damit man als Mieter eine gerechte Behandlung erfährt.

Preisanstieg in Wien laut einer Studie im zweistelligen Bereich

Allein im vergangenen Jahr sind in Wien Preisanstiege bei Eigentumswohnungen um 11,7 Prozent zu verzeichnen gewesen. Das ergab eine aktuelle Studie von FindMyHome.at, deren Grundlage 6.000 Wohnungen in der österreichischen Landeshauptstadt bilden. Diese Entwicklung allein hätte auf die Mietpreise keinen Einfluss genommen, jedoch wollen die neuen Eigentümer die Mehrausgaben beim Kauf durch ein Anziehen der Mieten wieder ausgleichen. Dementsprechend ist der Mietpreisanstieg die logische Konsequenz auf die steigenden Preise am Immobilienmarkt. In 2012 stiegen die Wiener Mieten um 9,8 Prozent. Betrachtet man die letzten fünf Jahre, sind es laut Immo-Barometer sogar 30,3 Prozent gewesen. Derzeit werden gemäß Auskunft von FindMyhome.at im Durchschnitt 14,45 Euro pro Quadratmeter fällig.

Hohe Preise wegen undurchsichtigem Richtwertsystem

Diese Mieten werden durch das undurchsichtige Richtwertsystem begünstigt. Vor Steuern und Betriebskoten beträgt die festgelegte Richtwertmiete bis 2014 pro Quadratmeter 5,16 Euro. Der Richtwert bildet die Basis für eine große Anzahl von Zu- und Abschlägen, die auf jenen gewährt werden. Wann was berechnet wird, ist nur schwer durchschaubar. Deshalb setzen die Vermieter das Richtwertsystem auch gerne zu ihrem Vorteil ein. Wegen der fehlenden Transparenz sehen Politiker der Stadt, Immobilienvertreter und Mieterschützer das System mit einiger Skepsis. Ein Mieter hat letztendlich kaum die Möglichkeit, die Rechtmäßigkeit der Zu- und Abschläge zu überprüfen, da sie nicht offengelegt werden müssen.

In Gesamtösterreich unterliegen neun Prozent des Wohnungsbestandes der Richtwertmiete. Allerdings wird auf dem Gebiet ein knallharter Kampf geführt. Gerade in den begehrten Lagen der großen Städte sind die Richtwertwohnungen anzutreffen und die Mieter sind längst nicht mehr bereit, höhere Mietpreise klaglos hinzunehmen.

 

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