Allgemein, Bauen

Truppenübungsplatz: Plant Investor ein Luxusresort?

von Silke Wellnitz am Montag, 27. Februar 2012

Auf dem Dachstein befand sich seit jeher der Truppenübungsplatz des österreichischen Heers – jetzt wurde das Gelände verkauft und künftig plant der Investor Gerald Schweighofer ein besonderes touristisches Highlight.

In 2.000 Metern Höhe gelegen findet sich der Truppenübungsplatz des Österreichischen Bundesheers. Mit dieser Nutzung soll nun Schluss sein: Nach sechs Jahren konnte das Gelände für gerade einmal 173.000 Euro an den Investor Gerald Schweighofer verkauft werden. Seit jeher galt das Gelände als schwer veräußerbar, da hier strenge Naturschutzauflagen gelten.

Was hat Schweighofer vor?

Johannes Marek von der Firma Schweighofer bestätigt, dass ein Tourismusprojekt geplant sei. Es solle etwas ganz Besonderes werden, was dem Ort auch tatsächlich gerecht werden könne. Mehr wird zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht verraten. Schweighofer lässt sich also nicht in die Karten schauen und hält sich ein Hintertürchen offen: Kann die geplante Nutzung nicht binnen eines Jahres umgesetzt werden, kann er das Gelände an das Heer zurückgeben.

Das Heer hofft natürlich darauf, dass die Idee realisiert wird. Schließlich verspricht es sich Einsparungen von etwa fünf Millionen Euro, die für den Abbau des Truppenübungsplatzes, der dreistöckigen Kaserne samt Großküche und Speisesaal anfallen würden. Die insgesamt 27 Angestellten des Heeres bleiben vorerst auf dem Truppenübungsplatz. Die neun Experten, die für den Betrieb der Seilbahn zuständig sind, werden weiterhin vom Heer bezahlt. Bei den übrigen Mitarbeiter wurde die Verabredung getroffen, dass zunächst das Heer zahlt, das Geld jedoch von Schweighofer zurückerstattet werde. Damit sei ein Kompromiss gefunden weil es sich um Beamte handelt, die andernfalls erst umgeschult und auf Positionen gesetzt werden müssten, wo sie nicht gebraucht werden.

Bürgermeister hofft auf Realisierung

Auch Bürgermeister Egon Höll hofft, dass das Projekt von Schweighofer realisiert wird. Obwohl der Truppenübungsplatz nur mit der Seilbahn erreichbar ist, könnte er sich ein Luxushotel vorstellen. Allerdings brauche es dafür aufgrund der Naturschutzauflagen auch Unterstützung von ranghohen Politikern, wie dem Landeshauptmann. Höll ist sich aber sicher, dass Obertraun dieses Tourismusprojekt dringend nötig habe, schließlich handelt es sich hier um eine strukturschwache Region, die fast ausschließlich vom Tourismus lebt.

 

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