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Die Smart-Meters: Ein Streitpunkt

von Silke Wellnitz am Donnerstag, 23. Februar 2012

Die Mietervereinigung Österreichs stellt sich gegen einen aktuellen Beschluss, der die zwangsweise Einführung von Smart-Meters in österreichischen Haushalten vorsieht. Vor allen Dingen verlangt die Mietervertretung, dass zunächst Kosten und Nutzen gegeneinander abgewägt und weitere offene Fragen hinlänglich beantwortet werden.

Das Wirtschaftsministerium Österreichs will in diesen Tagen einen Beschluss fassen, der die zwangsweise Einführung von Smart-Meters in österreichischen Haushalten vorsieht. Die intelligenten Stromzähler sollen in allen Haushalten des Landes bis 2018 eingebaut werden und die bisherigen Stromzähler ersetzen.

Von Seiten der Hersteller, aber auch der Energiekonzerne, wird das Vorhaben begrüßt. Schließlich ermitteln die Smart-Meters den individuellen Verbrauch sehr genau und übertragen diesen via Funk oder über Datenleitungen an den Versorger. Damit würden die lästigen Ablesetermine entfallen. Außerdem könnten Verbraucher besser über ihr Verbrauchsverhalten und den aktuellen Verbrauch informiert werden, heißt es. Das solle in der Folge dazu führen, dass das Verbrauchsverhalten verändert werde, wodurch sich Kosten sparen ließen.

Großer Kritikpunkt: Die Kosten

Die Mietervereinigung Österreichs hält genau an diesen Punkten dagegen. Die Kosten für den Einbau belaufen sich ihren Schätzungen zufolge auf etwa zwei Milliarden Euro. Das bedeutet bei einer Umlage auf die Haushalte Kosten von 360 Euro pro Haushalt. Hinzu kommen etwa 60 bis 240 Euro an Kosten für den laufenden Betrieb. Die Einsparungen sollen sich ersten Schätzungen zufolge auf neun bis 42 Euro belaufen. Dass sich das Verbrauchsverhalten durch die Smart-Meters ändere, sei zudem ein Ansatzpunkt, der aus Sicht der Mietervereinigung nicht nachvollziehbar ist.

Hinzu kommen massive Probleme mit dem Datenschutz, denn die vergangenen Monate haben immer wieder gezeigt, wie leicht Hacker sich in die Software der Smart-Meters einhacken können. Die Gefahr, dass es zu Stromunterbrechungen komme, weil auch die Fernabschaltung des Stroms mit den Smart-Meters möglich sei, sei dabei nicht außer Acht zu lassen. Auch die Übertragung personenbezogener Daten sei kritisch zu betrachten.

Deshalb fordert die Mietervereinigung, aber genauso die Arbeiterkammer, zunächst eine Kosten-Nutzen-Rechnung und den Ausschluss einer Umlage der Kosten auf die Haushalte, sowie das Stoppen des Beschlusses.

 

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