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Erster Berufsausweis für Immobilienmakler: die Immobiliencard

von Elena Schefner am Donnerstag, 29. September 2011
Dieses Jahr wird die Immobiliencard eingeführt
Mit der Immobiliencard soll mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt herrschen. Foto: http://www.immobiliencard.at

Als erstes EU-Land führt Österreich den Berufsausweis für Immobilientreuhänder ein. Die sogenannte Immobiliencard soll den Kunden mehr Sicherheit geben und allgemein mehr Transparenz auf dem Immobilienmarkt schaffen.

Wer in Österreich im Immobiliengeschäft tätig ist, also Makler, Verwalter oder Bauträger ist, der wird sich in Zukunft mit der sogenannten Immobiliencard ausweisen müssen. Mit der Einführung dieses Berufsausweises möchte Österreich als erstes EU-Land mehr Sicherheit für Kunden auf dem Immobilienmarkt schaffen und „schwarze Schafe“ in der Branche unschädlich machen.

Das Projekt entstand aus der Erkenntnis heraus, dass auf dem derzeitigen Immobilienmarkt Kunden oftmals mit allerlei diffusen Angeboten konfrontiert werden und diese nicht richtig einschätzen können. So geben sich Firmen beispielsweise als Bauträger aus, obwohl sie keine Konzession dafür haben. Wenn der Kunde in der emotionalen Verkaufssituation nicht daran denkt, sich über die Firma genauer zu informieren, kann dies unangenehme Konsequenzen nach sich ziehen. Der Ausweis soll den Kunden garantieren, dass ihr Gegenüber von einem konzessionierten Gewerbebetrieb ist und über eine verpflichtende Berufshaftpflichtversicherung verfügt, die im Falle einer falschen Beratung oder Auskunft für den finanziellen Verlust des Kunden aufkommen kann.

Wie sieht die Immobiliencard aus?

Die Immobiliencard trägt den Namen des gewerbeberechtigten Unternehmens, für das der Karteninhaber arbeitet, außerdem seinen vollen Namen inklusive der Position und aller Titel sowie ein Foto und eine persönliche Nummer, über die der Karteninhaber identifiziert werden kann. Die Karte ist gegen Fälschungen geschützt und kann nicht übertragen werden.

Jeder der über einen solchen Ausweis verfügt – beantragen können ihn alle, die für ein gewerbeberechtigtes Immobilienunternehmen arbeiten – ist in einer Datenbank gelistet, die öffentlich auf der Website www.immobiliencard.at eingesehen werden kann. Hier kann der Kunde also eventuell schon vor dem Maklertermin feststellen, ob es sich bei dem Makler tatsächlich um einen Spezialisten handelt und ob dieser überhaupt eine Gewerbeberechtigung hat.

Die Beantragung der Karte erfolgt durch das berechtigte Unternehmen über die Webseite des Fachverbandes der österreichischen Immobilientreuhänder. Der Ausweis selbst wird dann dem Karteninhaber per Post zugesandt und kostet 25 Euro im Jahr.

Ab wann gibt es die Immobiliencard?

Die Immobiliencard wurde in diesem Frühjahrs erstmals in Wien ausgegeben und soll nun bundesweit eingeführt werden. Thomas Malloth, Bundesobmann des WKÖ-Fachverbands der Immobilientreuhänder, hofft, dass die Kammer in diesem Jahr 5.000 Ausweise ausstellen kann, was bei 25.000 Vollzeitjobs in der Branche durchaus zu schaffen ist. Derzeit ist der Ausweis jedoch noch bis Dezember 2013 befristet, bis dahin findet nämlich die Übergangsphase statt, in der noch kein einheitlicher Ausbildungsnachweis verlangt wird. Ab 2014 soll die Mindestanforderung für die Immobiliencard dann die Zertifizierungsprüfung zum Makler- bzw. Verwalterassistenten nach ON-Regel werden. So kann der Kunde dann wirklich sicher sein, dass er es bei einem Immobiliencard-Inhaber mit einem Profi zu tun hat.

 

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